FRIEDHOF: Das «Gestrüpp» kommt weg

Bereits vor eineinhalb Jahren wurde der «unfreundliche» Zustand des Friedhofs Untereggen kritisiert. Geschehen ist nichts. Nun möchte die Gemeinde noch vor den Sommerferien ein neues Konzept vorlegen.

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Hecken, Steinsäulen, Grünkraut: Das Gemeinschaftsgrab sei hässlich, finden Anwohner. (Bild: Marcel Muttner.)

Hecken, Steinsäulen, Grünkraut: Das Gemeinschaftsgrab sei hässlich, finden Anwohner. (Bild: Marcel Muttner.)

Die Kirche liegt auf einem Hügel von Untereggen. Während die 11-Uhr-Glocken läuten, legt ein Mann frische Blumen auf das Grab seiner Mutter. Frische Blumen – symmetrisch angeordnet – blühen auch auf den meisten anderen Grabfeldern. Eintöniger präsentiert sich das Gemeinschaftsgrab. Zwei Steinsäulen ragen aus einem Meer von Grünkraut, umgeben von Hecken, ein paar Laternen und verdorrten Blumen in Töpfen. Auf der Wiese daneben hat der Rasenmäher zufällig die Margeriten verschont.

«Furchtbar, chaotisch und hässlich», findet das ein Anwohner, der namentlich nicht genannt werden möchte. Seit eineinhalb Jahren verspreche die Gemeinde Besserung, geschehen sei jedoch bis heute nichts.

Neues Gemeinschaftsgrab, neues Friedhofreglement

Tatsächlich gestand die Gemeinde Ende 2015 ein, der Gottesacker befinde sich in einem «unfreundlichen Zustand». Auf Anregung der Katholischen Kirchgemeinde gründete sie die Arbeitsgruppe «Friedhof». Sie sollte das veraltete Friedhofreglement überarbeiten sowie Vorschläge zur Umgestaltung des Gemeinschaftsgrabes entwerfen. Geplant waren auch eine Weihwassersäule sowie eine Ruhebank. Schon auf Frühling vergangenen Jahres hätte die Bepflanzung verbessert werden sollen.

Warum dauert es so lange? «Wir sind in der Schlussphase, was die Erarbeitung des Friedhofreglements angeht», beschwichtigt Untereggens Gemeindeschreiber Norbert Näf. Für die Planung des neuen Gemeinschaftsgrabs hole man noch Offerten ein. Die Kritik am Terminplan könne er «annehmen». Die Arbeitsgruppe, bestehend aus Vertretern des Gemeinderats, der Evangelischen und Katholischen Kirchgemeinde, des Bauamts sowie der Gemeindeverwaltung, sei halt von «Milizlern» besetzt.

«Ich hatte die Prioritäten anders gesetzt», gibt Marius Geiger, Präsident der Kommission Friedhof, zu. Die Planung habe sich auch verzögert, weil es innerhalb der Arbeitsgruppe zu einer Kündigung gekommen sei. Zudem sei es schwierig, den ganzen Friedhof umzugestalten, zumal die Grabesruhe eingehalten werden müsse. Noch vor den Sommerferien soll das neue Konzept präsentiert werden. Klar ist: Das «Gestrüpp» beim Gemeinschaftsgrab werde durch Blumen ersetzt. Mehr verrät Geiger nicht.

Ernst Dörig, der einzige Besucher an diesem Morgen, stört sich nicht am Erscheinungsbild des Friedhofs. Er sei froh, dass das Grab seiner Mutter, die vor über 20 Jahren verstorben ist, noch nicht geräumt worden sei.

Janina Gehrig

janina.gehrig@tagblatt.ch