Freude und Enttäuschung zugleich

goldach/Untereggen. Wie nahe Freude und Enttäuschung beieinanderliegen, musste Untereggens Gemeindepräsident Roger Böni erleben.

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goldach/Untereggen. Wie nahe Freude und Enttäuschung beieinanderliegen, musste Untereggens Gemeindepräsident Roger Böni erleben. War er nach der Auszählung noch «sehr glücklich» über die hohe Stimmbeteiligung von 85,3 Prozent und die deutliche Zustimmung im Dorf, so war die Enttäuschung über das wuchtige Nein aus Goldach aus seiner Sicht umso grösser.

«Ich habe keine Erklärung dafür, weshalb in Goldach beinahe zwei Drittel der Stimmbürger ein Nein in die Urne geworfen haben», sagte er. Bei so vielen Nein-Stimmen müssten jedoch mehrere Faktoren eine Rolle gespielt haben. Ob sich der «Dorfkrieg», der mit harten Bandagen geführte Abstimmungskampf in Untereggen, auf das Abstimmungsverhalten in Goldach ausgewirkt habe, sei schwer zu sagen. Nun gelte es vorwärtszuschauen und möglichst rasch aus den Klauen des Übergangsausgleichs zu kommen. «Wir werden unsere Dorfpolitik weiterverfolgen und die Zusammenarbeit mit unseren Nachbarn weiter suchen und wo möglich auch verstärken.»

Ansinnen schroff abgelehnt

Goldachs Gemeindepräsident Thomas Würth zeigte sich nach Bekanntwerden der Resultate betroffen von der deutlichen Ablehnung. Es sei der für Goldach schlechtestmögliche Fall eingetreten. Er könne sich das Resultat nicht erklären. «Wir haben das Ansinnen der Nachbargemeinde ohne Mut und Weitsicht schroff abgelehnt.» Mit einem solchen Resultat habe er nicht gerechnet, sagte Würth, eher damit, dass es in Untereggen knapp werden könnte und Goldach für eine Fusion stimme. Nun sei genau das Gegenteil eingetroffen. Böni und Würth bekräftigten, dass das Thema Fusion aus Sicht der Behörden abgehakt sei. Die Resultate würden selbstverständlich respektiert. Neuerlich aufs Tapet kommen könne eine Fusion zwischen den beiden Gemeinden nur dann, wenn private Kreise eine entsprechende Initiative lancieren würden.

Gräben wieder zuschütten

Als zwiespältig beschreibt Norbert Rüttimann vom Nein-Komitee in Untereggen die Gefühle. Ein wenig enttäuscht sei er von der doch deutlichen Zustimmung im Dorf, gleichzeitig aber auch erleichtert über die Absage in Goldach. Er zeigt sich davon überzeugt, dass sich die emotionalen Gräben, die sich im Vorfeld aufgetan haben, rasch zuschütten lassen und alle gemeinsam an einer guten Zukunft des Dorfes arbeiten werden. (rtl)

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