Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

FREIZEIT: St.Gallen will eine Sportstadt sein

In diesem Jahr erarbeitet die Stadt ein Gemeindesportanlagenkonzept. Dieses soll aufzeigen, bei welchen Sport- und Freizeitangeboten Handlungsbedarf besteht. Bis wann die Massnahmen umgesetzt werden, ist allerdings noch offen.
David Gadze
St. Gallen soll künftig vermehrt Gastgeber von sportlichen Grossanlässen sein. (Bild: Benjamin Manser)

St. Gallen soll künftig vermehrt Gastgeber von sportlichen Grossanlässen sein. (Bild: Benjamin Manser)

David Gadze

david.gadze@tagblatt.ch

Fussballstadt, Handballhochburg und während des CSIO das Schweizer Pferdesport-Mekka: Die Stadt St. Gallen hat mehrere sportliche Übernamen. Doch sie soll noch mehr sein: Eine Stadt mit «nationaler und internationaler Ausstrahlung für (...) Sport», in der «vielfältige Sportmöglichkeiten und Bewegungsangebote» zur Verfügung stehen. Oder einfach gesagt: eine Sportstadt. Dieses Ziel hat sich der Stadtrat in der «Vision 2030» auf die Fahnen geschrieben. Und jetzt er nimmt es in Angriff: Ein Jahresziel der Direktion Bildung und Freizeit ist es, ein Gemeindesportanlagenkonzept (Gesak) zu erarbeiten. Dafür wird sie durch ein externes Fachbüro begleitet und lässt sich dies 140000 Franken kosten. Und als Legislaturziel bis 2020 ist festgehalten, dass daraus Massnahmen und eine Umsetzungsplanung erarbeitet sind.

Dichtes Netz an Angeboten für alle Altersgruppen

Beim Gesak handle es sich um eine «Bestandesaufnahme aller Sport- und Freizeitanlagen in der Stadt», sagt Stadtrat Markus Buschor. Darin würden also nicht nur reine Sportstätten, sondern auch Angebote für Freizeitaktivitäten berücksichtigt, also beispielsweise auch Wanderrouten und Velowege. «Das Ziel ist, das ganze Angebot zu erfassen, und zwar sowohl in quantitativer als auch in qualitativer Hinsicht.» Dies soll aufzeigen, in welchen Bereichen es Handlungsbedarf gibt. Damit sei nicht nur der bauliche Zustand der Anlagen gemeint, sagt Buschor. «Es geht uns auch darum, die Bedürfnisse abzuklären.» Das Sportamt werde auf die Vereine zugehen und deren Wünsche abholen. Auch neue Trends sollen in die Bestandesaufnahme einfliessen, etwa Street-Workout-Anlagen. «Wir wollen ein dichtes Netz an Infrastrukturen für alle Altersgruppen anbieten.»

Das bedeute jedoch nicht, dass künftig jede (Trend-)Sportart in St. Gallen ausgeübt werden soll. «Wir wollen Lücken im Angebot schliessen. Aber es wird weiterhin Lücken geben.» Bereits heute könne in St. Gallen für jeden Buchstaben im Alphabet mindestens eine Sportart ausgeübt werden, sagt Buschor. Sogar für das X dank X-Golf oder Urbangolf. «Hornussen wird man hier aber vermutlich nie.»

Doch selbst wenn es dereinst ein Hornussen-Spielfeld in St. Gallen geben sollte, dürfte der Buchstabe H auch weiterhin in erster Linie für Handball stehen. Die Diskussionen vom vergangenen Sommer um die Austragungen von Spielen der Nationalmannschaft in St. Gallen haben aber gezeigt, dass die Handballhochburg langsam bröckelt. Die Sporthalle Kreuzbleiche genügt in den Augen des Verbandes den Anforderungen an eine moderne Sportstätte nur noch bedingt. Auch die Leichtathletikanlage im Neudorf hat ihre besten Tage längst hinter sich.

Entwicklungsareale für den Sport sichern

Nach der Bestandesaufnahme sollen deshalb in einem zweiten Schritt Massnahmen definiert werden. Das Gesak sei zwar auf die Stadt St. Gallen begrenzt, sagt Buschor. Es sei allerdings denkbar, in einzelnen Punkten das Gespräch mit den Nachbargemeinden zu suchen – etwa mit Gossau, das ein Gesak bereits hat. Ein Umsetzungshorizont sei allerdings noch nicht bestimmt. Dieser sei abhängig vom Handlungsbedarf und somit auch vom Ausmass der erforderlichen Investitionen. Für Sportstätten gibt es keine separate Investitionsplanung, sie fallen unter den Plafonds des Hochbauamts. «Der Rhythmus wird also von den Kosten für die einzelnen Sportstätten abhängen.»

Der städtische Sportminister betont aber auch, dass die Formulierung der Legislaturziele kein Lippenbekenntnis sein dürfe. «Wir können nicht auf ein Papier schreiben, eine Sportstadt sein zu wollen, und dann bei der Umsetzung der Massnahmen zu zögern.» Diese müssten nicht zwingend viel Geld kosten. Den Fussballvereinen und Hobbyspielern sei möglicherweise schon geholfen, wenn ein Teil der Rasenplätze mit Kunstrasen ausgestattet werde, damit diese auch im Winter bespielbar seien. Denn besonders in der kalten Jahreszeit ist die Situation bei den Sporthallen angespannt, der Platz knapp.

Nicht zuletzt gehe es beim Gesak auch darum, Gebiete insbesondere in der Nähe von Sportanlagen bei späteren Umnutzungen für den Sport zu sichern, sagt Markus Buschor. Das Gesak sei zwar nicht behördenverbindlich wie der Richtplan, aber als Absichtserklärung durchaus wichtig. «Es braucht eine Sensibilisierung der Politik und der Öffentlichkeit, dass Freizeitanlagen wichtig sind.» Auch bei der Verdichtung dürfe das Thema Freiräume nicht vernachlässigt werden. «Denn sie haben sehr viel mit einer hohen Wohn- und Lebensqualität zu tun.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.