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FREIZEIT: Ein Ort ohne Zwang

Der Jugendtreff Rorschach/Rorschacherberg hat einen neuen Namen und einen neuen Standort. Der «Block 94» ist für Jugendliche ein Ort, um vom Druck wegzukommen.
Perrine Woodtli
Jugendarbeit-Leiter Daniel Bernet im neuen Jugendtreff «Block 94» in Rorschach. (Bild: Perrine Woodtli)

Jugendarbeit-Leiter Daniel Bernet im neuen Jugendtreff «Block 94» in Rorschach. (Bild: Perrine Woodtli)

Perrine Woodtli

redaktionot

@tagblatt.ch

Mittwochnachmittag im Jugendtreff der Jugendarbeit Rorschach/Rorschacherberg. Bereits kurz nach der Öffnung ist der Treff an der Reitbahnstrasse 57 gut besucht. Alle paar Minuten betreten ein paar Jugendliche den grosszügigen, offenen Raum im Parterre. In einer Ecke haben es sich ein paar Mädchen gemütlich gemacht, in einer anderen zocken Jungs an der Konsole. Eine Gruppe duelliert sich am Kickertisch, Musik dröhnt aus den Boxen. Hinter der Bar steht Daniel Bernet. Er leitet die Jugendarbeit.

Seit knapp vier Monaten gehen die Jugendlichen an der Reitbahnstrasse ein und aus. Ende Oktober zügelte der Jugendtreff von der Dufourstrasse 4 an den heutigen Standort, weil das Gebäude abgerissen werden soll. «Zunächst fanden wir es schade, dass wir ausziehen mussten», sagt Bernet. «Mittlerweile haben wir uns aber gut eingerichtet und wir sind alle sehr zufrieden mit dem neuen Ort.» Bunte Graffiti-Malereien zieren die Wände, in der Raummitte steht ein Billardtisch. Neu gibt es auch eine «Chill-Lounge» mit Sofas. «Dort ist meistens das grösste Halligalli.» Der Treff ist für Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren. Derzeit gesellen sich aber auch Schüler der Mittelstufe dazu. «Für die Jüngeren gibt es eigentlich den Kids-Treff», sagt Bernet. Dieser wird momentan jedoch noch im ersten Stock aufgebaut.

Nicht nur der Standort ist neu. Weil der Name «D4» (Dufourstrasse 4) nicht mehr passte, musste etwas Neues her. Mit Einbezug der Jugendlichen ist «Block 94» entstanden. Die Zahl steht für die 94 in der Postleitzahl.

Über Themen wie Rassismus sprechen

Der «Block 94» ist beliebt. Wenn dieser am Mittwochnachmittag, Freitagabend sowie Samstagnachmittag geöffnet hat, kommen gemäss Bernet jeweils bis zu 50 Jugendliche. Viele seien Stammgäste, aber auch neue würden regelmässig dazu stossen. Vor allem, wenn wieder neue Schüler in die Oberstufe eintreten. Probleme gebe es so gut wie nie. «Es ist immer friedlich. Die Jugendlichen sind zudem sehr interessiert», sagt Bernet. Über Aktuelles wie Gender-Themen oder Rassismus werde oft gesprochen. «Bei uns treffen viele Kulturen aufeinander. Es ist schön, wie offen alle diesbezüglich sind.»

Die Jugendarbeit hat sich in den vergangenen Jahren verändert. Vor zehn Jahren waren etwa Projektarbeiten viel mehr gefragt. «Heute haben die Jugendlichen eher weniger Interesse daran, selber etwas auf die Beine zu stellen», sagt Bernet. «Viel mehr geniessen und schätzen sie es, nichts zu machen.» Auf vielen laste teils grosser Druck, etwa in der Schule oder wegen der Lehrstellensuche. «Ich glaube, die jungen Leute haben heute weniger Freizeit als früher.»

Wer will, kriegt Unterstützung

Bernet und seinem Team ist es deshalb wichtig, dass der Jugendtreff ein zwangloser Ort ist. «Wir pflegen ein kollegiales Verhältnis und einen guten Austausch mit den Jugendlichen.» Sie sehen sich auch als eine Anlaufstelle. «Manche kommen mit Fragen zu uns oder erzählen von ihren Problemen», sagt Bernet. «Andere wollen das nicht. Das ist okay, wer nicht reden will, muss nicht.»

Weil es zeitlich bislang noch nicht ging, lädt die Fachstelle Jugend Familie Schule, zu der die Jugendarbeit gehört, am 24. Februar, von 10 bis 14 Uhr, zum Tag der offenen Tür. Eltern, die den «Block 94» einfach so besuchen wollen, seien immer willkommen, sagt Bernet. Dies sei seitens der Jugendlichen jedoch weniger erwünscht. «Für sie ist der Treff ihr eigenes Reich – ohne Eltern.»

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