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Freiwilligkeit ist unbezahlbar

«Hilfe beim Einleben in der Fremde», Ausgabe vom 14. Juni
Raffaele Ferdinando Schacher

Im Wort «freiwillig» steckt der freie Wille, die Einsicht, die Selbsterkenntnis, etwas Kon­s­truktives beizutragen, in die­sem Falle als Pate oder Patin, eine Flüchtlingsfamilie zu begleiten und zu unterstützen. Freiwillig etwas Richtiges und Gutes zu tun, ist wohl die höchste Qualität in der Politik, aber noch viel mehr in der Zivilgesellschaft. Im wahrsten Sinne unbezahlbar. Was im kleinen Rahmen gelingt, scheiterte im europäischen Massstab kläglich. Die EU schaffte es nicht, freiwillig 160000 Flüchtlinge solidarisch gerecht auf alle Mitgliedstaaten zu verteilen. Nach zwei Jahren sind knapp 20000 Menschen «verteilt» worden. (Weit über die Hälfte landete wieder in Deutschland bzw. in den Niederlanden.) Länder wie Ungarn, Polen, Tschechien haben zusammen weniger Menschen in Not aufgenommen als die Gemeinde Rorschacherberg. Die Eintracht macht das Kleine grösser, die Zwietracht vernichtet, was gross ist. Ein trauriges Beispiel, weshalb die «EU» als echte Solidargemeinschaft geschei-tert ist.

Raffaele Ferdinando Schacher

Löwengartenstrasse 15, Rorschach

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