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Freie Spitalwahl bringt Vorteile

Seit dem 1. Januar 2012 gilt die neue Spitalfinanzierung. Eine erste Zwischenbilanz zeigt: Sie klingt kompliziert, bringt aber viele Vorteile.
Julia Nehmiz

ST. GALLEN. Die Angst vor «blutigen Entlassungen» war gross. Patienten fürchteten, frischoperiert nach Hause geschickt zu werden. Denn mit Einführung der neuen Spitalfinanzierung seit 1. Januar werden bei den Spitälern nicht mehr die Anzahl Tage verrechnet, die ein Patient im Spital verbringt, – sondern es wird nach der schweizweit einheitlichen «SwissDRG» abgerechnet (siehe Kasten).

Keine «blutigen Entlassungen»

Stefan Lichtensteiger, CEO und Vorsitzender der Geschäftsleitung der Spitalregion Rheintal Werdenberg Sarganserland, gibt Entwarnung: «Es wird zu keinen sogenannten <blutigen Entlassungen> kommen», so etwas zerstöre den Ruf jedes Spitals. Doch auch das Gesetz schütze den Patienten: «Wenn dieser innerhalb von 18 Tagen mit demselben Behandlungsgrund wieder eingeliefert wird, dann muss das Spital die Nachbehandlung bezahlen.» Auch deshalb liege den Spitälern eine optimale Patientenversorgung am Herzen. Zudem betont Lichtensteiger, dass die nun mögliche freie Spitalwahl keine nachteiligen Auswirkungen auf die hiesige Spitalregion habe: «Die bisherigen Zahlen für 2012 lassen ein optimistisches Budget erwarten.»

Patienten bleiben im Kanton

Zwar sei der Konkurrenzdruck unter den Spitälern grösser geworden, doch St. Gallen sei bei den Spitalkosten einer der günstigsten Kantone der Schweiz. Bislang seien keine Abwanderungsströme der Patienten zu erkennen, so Lichtensteiger.

Regierungsrätin Heidi Hanselmann betrachtet die neue Spitalfinanzierung mit gemischten Gefühlen: «Die Spitäler und die Versicherer handeln die Tarife aus, der Kanton kann da nicht mitreden.» Es sei eine reine Finanzstromverschiebung. Doch betreffe der neue Modus nur rund ein Viertel der Versicherten, «denn gut 75 Prozent können wegen ihrer Zusatzversicherung das Spital frei wählen». Neu dürfen sich Patienten ohne Zusatzversicherung in das Spital ihrer Wahl im Kanton St. Gallen einweisen lassen – wenn es auf der Liste der zugelassenen st. gallischen Spitäler steht. Ob Privatklinik oder Kantonsspital, die Kosten für die Spitalbehandlung übernehmen Kanton und Krankenversicherer.

Differenz selber zahlen

Neu ist auch, dass die Behandlungskosten in einem ausserkantonalen Spital übernommen werden – allerdings nur bis zu dem Tarif, der für st. gallische Spitäler gilt. «Den Differenzbetrag muss der Versicherte übernehmen», so Kantonsarzt Markus Betschart, «ausser, es handelt sich um einen Notfall oder die Behandlung kann im Heimatkanton nicht durchgeführt werden.» Dann würden die Kosten übernommen. Betschart erwartet eine Verdreifachung der Gesuche auf Kostenübernahme bei ausserkantonaler Hospitalisation, von 5000 Gesuchen 2010 auf bis zu 15 000.

Ein Flyer des Gesundheitsdepartements in Arztpraxen und Spitälern soll Fragenden helfen.

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