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Freie Flächen statt Verbauungen

Hochwasser und Rutschungen sind gemäss der Gefahrenkarte die grössten Naturgefahren in der Gemeinde. Nun wurde in Abtwil das entsprechende Massnahmenkonzept vorgestellt.
Nina Rudnicki
Bei starken Regenfällen vom Sitter-Hochwasser betroffen ist unter anderem das Gebiet rund ums Tierheim Sitterhöfli in Engelburg. (Bild: Coralie Wenger (22. Juli 2014))

Bei starken Regenfällen vom Sitter-Hochwasser betroffen ist unter anderem das Gebiet rund ums Tierheim Sitterhöfli in Engelburg. (Bild: Coralie Wenger (22. Juli 2014))

Sehr gefährlich ist es nicht, in Gaiserwald zu wohnen. Das wurde bei der Präsentation des neuen Massnahmenkonzepts gegen Naturgefahren am Donnerstagabend im Oberstufenzentrum Mühlizelg schnell deutlich. Schneebedrohungen, also beispielsweise Lawinen, gibt es keine. Die Sturzgefahr, durch abbrechende Felsbrocken beispielsweise, ist ebenfalls sehr gering. Auf drei Hektaren Land herrscht diesbezüglich in Gaiserwald ein mittleres Risiko. 15 weitere Hektaren gelten als Risikogebiet für Rutschungen. Auch wenn die Wahrscheinlichkeit, dass sich beispielsweise ein Teil eines Hangs löst, gering ist.

Die grösste Gefahr geht vom Wasser aus, davon sind 90 Hektaren betroffen. Alles in allem ergibt das eine Gefahrenzone, die 108 Hektaren umfasst. Zum Vergleich: Gaiserwald ist 1264 Hektaren oder 12,64 Quadratkilometer gross. Gut ein Zwölftel des Gemeindegebietes liegt also in einem Risikogebiet. Nur zehn Prozent davon haben gemäss der Gefahrenkarte allerdings ein grosses Schadenpotenzial.

Schutzbauten und Notfallkonzepte

Wo diese Gebiete in Abtwil und Engelburg liegen, zeigte Gemeinderat Erich Bischof anhand gelb, blau und rot eingefärbter Landkarten auf, wobei gelb für ein schwaches, blau ein mittleres und rot ein grosses Schadenpotenzial steht. In Abtwil ist das Gebiet vom Sonnenberg bis hinunter zum Säntispark blau und gelb markiert. Überschwemmungen drohen dort der Bäche wegen. Rot eingefärbt sind die Bereiche rund um die Sitter. In Engelburg herrscht lediglich entlang der St. Gallerstrasse und an einigen Stellen am talseitigen Bereich ein geringes und mittleres Risiko.

«Unsere Massnahmen sind, dass wir nun zunächst die Bevölkerung über die aktuelle Gefahrenkarte informieren. Das ist mit dem heutigen Abend in Abtwil geschehen», sagte Bischof. In Engelburg wird die Bevölkerung am kommenden Dienstag um 19 Uhr in der Turnhalle der Schulanlage informiert. «Der zweite Schritt ist, dass sich die betroffenen Bürgerinnen und Bürger beispielsweise bei ihren Versicherungen über allfällige Objektschutzmassnahmen informieren», sagte er. Zudem gebe es mögliche Massnahmen auf Gemeindeebene. Beispielsweise Notfallkonzepte, Frühwarnsysteme sowie Massnahmen raumplanerischer oder technischer Natur. Ein Notfallkonzept habe die Feuerwehr in Gaiserwald aber bereits vor Jahren eingeführt. «Wann immer es starke Regenfälle und Hochwasser gibt, kontrolliert sie den Wasserstand und die Menge Schwemmholz beispielsweise auf der Sitter», sagte Bischof.

Restrisiko bleibt immer

Anwesend am Informationsabend war auch Ben Loretz von der Ingenieure Bart AG, der verantwortlich für die Ausarbeitung des Massnahmenkonzepts ist. Wann immer es möglich sei, kämen heutzutage raumplanerische Massnahmen zum Einsatz, im Gegensatz zu früher, als man den Naturgefahren vor allem mit Verbauungen entgegenwirkte, sagte er. Ein Beispiel ist laut Loretz, wenn man das Land zwischen dem Säntispark und dem Gebiet Wisental unverbaut lässt, sozusagen als Freihaltezone für das Hochwasser. Eine technische Massnahme hingegen wäre, die Parzelle des Säntisparks mit einer Abschirmung vor dem Wasser zu schützen. Doch trotz Massnahmenkonzept bleibe stets ein Restrisiko. Ziel sei, dieses auf ein tragbares Mass zu reduzieren.

Die Gefahrenkarten sind einseh- bar unter www.geoportal.ch.

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