FREIDORF: Preis für Maturaarbeit erhalten

Alex Brandes konnte es kaum erwarten, sich dem Thema Effizienz von ­Erdwärmesonden zu widmen. Nun darf er einen Monat lang durch Europa reisen.

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Den Preis konnte Alex Brandes zu seinem eigenen Leidwesen nicht selbst in Empfang nehmen, weilte er doch bei der militärischen Musterung. Im Januar wird Brandes nach Colombier in die RS als Aufklärer einrücken. Doch danach hat er Zeit, das Interrail-Ticket, das er gewonnen hat, zu brauchen. «Ich werde wahrscheinlich im Sommer mit einem Freund auf die Tour gehen, doch konkret geplant ist noch nichts.»

Dabei ist doch das konkrete Umsetzen von penibel geplanten Projekten Alex Brandes grosse Stärke. Er ist jemand, der gerne die Initiative ergreift. Da darf das Thema seiner Maturaarbeit schon einmal ein bisschen weiter hergeholt sein. Denn die Idee, ein Werk mit dem Titel «Analyse und Vergleich einer Erdwärmesonden-Anlage mit einer Ölheizung am Beispiel eines Mehrfamilienhauses» zu verfassen, kam ihm 2015 während der Ferien in Island. «Dort hatte ich Gelegenheit, das grösste Geothermiekraftwerk der Welt Hellisheiði zu besichtigen, das jährlich bis 303 Megawatt Strom und 400 Megawatt thermische Energie produziert», sagt der 18-Jährige. Danach habe er richtig darauf gebrannt, mehr über die Art von Energiegewinnung zu erfahren.

Das Interesse an Umwelt- und Bauthemen wurde ihm vom Vater in die Wiege gelegt. Der ist als Heizungsinstallateur oft mit diesem Heizsystem konfrontiert. «Der Umstand war für mich eine grosse Hilfe. Mein Vater konnte einschätzen, ob ich mich in die richtige oder falsche Richtung bewege.» Zeitintensive Fehler habe er so vermeiden können. Ursprünglich war die Fragestellung nämlich eine andere. «Ich wollte zuerst zwei Länder vergleichen, doch ich realisierte gleich, dass das Resultat nur oberflächlich sein würde.» Für den angehenden ETH-Studenten ist die Geothermie aus mehreren Gründen völlig unbestritten eine Energiequelle der Zukunft. Die wichtigsten seien die klimafreundliche Wärmegewinnung, gefolgt von der praktischen Unbegrenztheit der Erdwärme und der Tatsache, dass dadurch die Preisschwankungen, denen heute die fossilen Energieträger ausgesetzt sind, sozusagen der Vergangenheit angehören dürften.

Christof Lampart

redaktiongo

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tagblatt.ch