Freche Rapper – giftige Wespen

GOSSAU. Die Zwei Räppler sind wie gewohnt rotzfrech, die vier Wäspi stechen, versprühen ihr Gift, allerdings gut proportioniert: Die Schnitzelbänggler sind in Gossau unterwegs und füllen die Restaurants.

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Adrian Fürer von den Schnitzelbängglern «Zwei Räppler» rappt im Restaurant zum alten Pflüegli. (Bilder: Michel Canonica)

Adrian Fürer von den Schnitzelbängglern «Zwei Räppler» rappt im Restaurant zum alten Pflüegli. (Bilder: Michel Canonica)

Die Zwei Räppler verkünden eine gute und eine schlechte Nachricht. Die gute: «Dass sich Jasmin Hutter aus der Politik zurückgezogen hat.» Die schlechte: «Sie hat sich vermehrt». Bitterböse, oder nicht? Aber bestimmt ein Schenkelklopfer. Es gibt noch weitere von dieser Sorte – von Schnidelwutz Tiger und Nella Minaretti, pardon, Martinetti, beispielsweise.

Cornel und Adrian Fürer, die Gossauer Schnitzelbank-Rapper in orangen Hosen und giftgrünen Käppi, sind bekannt dafür, dass sie während der Fasnacht kein Blatt vor den Mund nehmen. Sie nehmen die Blätter für ihre Auftritte jeweils in der Mappe mit – und machen zwischen den Raps anspruchsvolle Bilderrätsel mit dem Publikum. Und sie kennen keine Gnade, auch nicht mit dem FC Gossau, der sich mit einer Klosterfrau verstärkt habe. Schuld an allem ist nur der Wettskandal.

«Das ist der Gossauer Fasnachtsrap, häp, häp», heisst der bekannte Refrain der Zwei Räppler, und das Publikum singt mit. Kurz aber heftig – etwa 20 Minuten dauert das Rap-Programm. Häp, häp.

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Auch die vier Wäspi haben einiges zu erzählen. Neues, Bekanntes und nie Geahntes: Sie untermalen die Sprüche mit Helgen.

Wie ist doch der Herisauer Bundesrat Merz winzig (bildlich dargestellt) gegen den libyschen Muammar al-Gadhafi! Polanski angekettet im Garten, er steht – so sagen es die Wäspi – auf junges Gemüse. Sie lästern über Tiger Woods' Eskapaden von «Loch zu Loch». Neu ist sicher, dass Franz Jaeger als Skelett Werbeträger von St. Gallen ist. «Dä tuet weh, dä tuet weh, dä tuet gottvergässe weh», singen die schwarz-gelben Insekten und krümmen sich vor Schmerzen.

Sie machen sich natürlich über den FC Gossau lustig, über das erotische Gossau sowie das vermeintliche Stundenhotel in Waldkirch. Trudi Weibel, Edith Rusterholz, Heidi Gentina und Madeleine Grossmann wetten sogar darauf, dass Urs Blaser länger Schulpräsident bleiben wird als Hans-Peter Steiner. Summ, summ. Rita Bolt

Die vier Wäspi versprühen ihr Gift schön dosiert: Verschont bleibt nur das Publikum.

Die vier Wäspi versprühen ihr Gift schön dosiert: Verschont bleibt nur das Publikum.