Franz Müller klar bestätigt

Das Resultat bei den Wahlen ums Waldkircher Gemeindepräsidium ist deutlich. Rund zwei Drittel aller Stimmen gehen an den amtierenden Gemeindepräsidenten Franz Müller.

Rafael Rohner
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Ruedi Eilinger, SVP-Parteipräsident, gratuliert Franz Müller (CVP, rechts) im Pfarreiheim in Waldkirch zur Wiederwahl als Gemeindepräsident. (Bild: Ralph Ribi)

Ruedi Eilinger, SVP-Parteipräsident, gratuliert Franz Müller (CVP, rechts) im Pfarreiheim in Waldkirch zur Wiederwahl als Gemeindepräsident. (Bild: Ralph Ribi)

WALDKIRCH. Mit diesem deutlichen Resultat hatten im Vorfeld der Wahlen die wenigsten gerechnet: Franz Müller (CVP) ist mit rund 64 Prozent aller Stimmen als Gemeindepräsident wiedergewählt. 860 Wahlzettel mit seinem Namen sind eingegangen. Er kann seine sechste Amtsdauer somit mit grossem Rückhalt aus der Bevölkerung in Angriff nehmen. Herausforderer und Vize-Gemeindepräsident Aurelio Zaccari (FDP) konnte aber immerhin 32,5 Prozent der Stimmen auf sich vereinen. 437 Waldkircher haben ihm die Stimme gegeben. Die Stimmbeteiligung ist mit 59 Prozent ausserordentlich hoch.

Am Sonntagnachmittag am Telefon ist bei Franz Müller die Freude über das Wahlresultat nicht zu überhören. Er ist zu Hause und feiert den Erfolg mit seiner Familie. Am Abend nimmt er im Pfarreiheim an der überparteilichen Wahlfeier gutgelaunt Gratulationen entgegen. «Ich bin vom deutlichen Resultat sehr angenehm überrascht», sagt Müller. «Es macht den Anschein, dass ich doch nicht so viel falsch gemacht habe, wie das die Gegenseite während des Wahlkampfs behauptet hat.» Erfreulich sei für ihn insbesondere, dass er auch nach 22 Jahren im Amt so viel Rückhalt spüre. Denn als Gemeindepräsident, trete man gezwungenermassen auch mal dem einen oder anderen auf den Fuss.

Gefolgschaft verweigert

Weniger gut gelaunt, aber gefasst und ruhig ist Aurelio Zaccari. «Die Bürger haben entschieden», sagt er. Diesen Entscheid gelte es zu akzeptieren. Er gratuliere Franz Müller zur Wiederwahl. Die FDP habe den Wählern ein Angebot gemacht. «Offensichtlich wollte es die Mehrheit nicht annehmen», sagt Zaccari. Wie viel aber alleine dieses Angebot bewirkt habe, könne man an der hohen Stimmbeteiligung ablesen. Immerhin hätten ihm rund ein Drittel der Wählenden die Stimme gegeben und damit zu verstehen gegeben, dass sie eine Veränderung wünschen. «Das ist bemerkenswert.» Er ist überzeugt, dass seine Gegenkandidatur bei Franz Müller eine positive Reaktion ausgelöst hat und hofft, dass diese nun die nächsten vier Jahre auch anhält. Natürlich sei er aber enttäuscht über seine Nichtwahl. Das deutliche Resultat habe ihn insbesondere erstaunt, weil ihm im Vorfeld der Wahlen viel Unterstützung zugesichert worden sei. Jetzt den Kopf in den Sand stecken werde er aber keineswegs. Nun könne er sich wieder voll auf seinen Beruf als Leiter der Kantonalen Notrufzentrale konzentrieren und neue Herausforderungen annehmen.

Die FDP reagiert in einer Medienmitteilung enttäuscht auf das Wahlergebnis. Nachdem die Wähler Franz Müller bei den letzten Wahlen die «tiefgelbe Karte» gezeigt hätten, «haben sie Aurelio Zaccari, nun die vollständige Gefolgschaft versagt», schreibt die FDP. Die Kandidatur habe aber vieles bewirkt und zu einer Deblockierung im Dorf geführt. Die FDP hofft, dass auf diesen Erneuerungstrend mit der Wahl von Franz Müller nicht ein Rückfall in alte Zeiten folgen werde.

CVP ist «überglücklich»

Ganz anders die Reaktion der CVP: Die Partei sei «überglücklich», sagt Sandro D'Antuono, Mitglied der Parteileitung. «Das deutliche Resultat zeigt, dass die Waldkircher in einer für die Gemeinde finanzpolitisch schwierigen Phase keine Experimente eingehen wollen.» Die grösste Herausforderung für Franz Müller in seiner letzten Amtsdauer dürften die kantonalen Sparpakete sein, sagt D'Antuono weiter. Zudem hätten die Parteien nun genügend Zeit, um einen würdigen Nachfolger für Franz Müller zu suchen.