Fragen um das «gute» Sterben

An der Feier zum zehnjährigen Bestehen der Hospizgruppe Goldach referiert Monika Renz, die Leiterin der Psychoonkologie am Kantonsspital St. Gallen.

Peter Beerli
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GOLDACH. Seit zehn Jahren schenken Mitglieder der Hospizgruppe Goldach schwerkranken und sterbenden Menschen und deren Angehörigen einen Teil ihrer Zeit. Sie tun es im Sinne von Cicely Saunders, der Gründerin der weltweiten Hospizgruppen. Ihr ging es von Anfang an nicht darum, dem Leben mehr Tage abzugewinnen, sondern den Tagen mehr Leben hinzufügen. Die Idee war wenig bekannt, als 2003 in Goldach eine der ersten Hospizgruppen der Ostschweiz gegründet wurde. Mit Unterstützung der Caritas gelang es von Anfang an, alle Berufsgruppen, die im Palliativ-Care-Netz der Gemeinde beteiligt sind, an einen Tisch zu bringen.

Aktuell 16 Begleiterinnen

Seither stellt sich eine Gruppe von Freiwilligen für die ehrenamtlichen Hospiz-Einsätze zur Verfügung. Die Gruppe besteht aktuell aus einer siebenköpfigen Fachgruppe und sechzehn Begleiterinnen. Die Evangelisch-reformierte und die Katholische Kirchgemeinde bildeten von Anfang an die Trägerschaft und unterstützen die Hospizgruppe noch heute finanziell und ideell.

Eine spirituelle Erfahrung

Aus Anlass ihres zehnjährigen Bestehens lädt die Hospizgruppe auf Dienstag, 12. November, zur Jubiläumsfeier ein. Diese erhält durch eine Ansprache von Gemeindepräsident Thomas Würth besonderes Gewicht. Im Mittelpunkt der Feier aber geht Monika Renz, die Leiterin der Psychoonkologie am Kantonsspital St. Gallen, dem Sterben als spirituelle Erfahrung nach.

Gerade Menschen, welche sich öfter mit dem Ende menschlichen Lebens befassen, haben dazu immer wieder ihre Fragen: Wie erfahren Sterbende Würde? Was heisst «gutes Sterben»? Ist «gutes» Sterben reifes, schmerzloses Sterben, ein Sterben im Kreise der Angehörigen? Stirbt gut, wer sanft hinübergleitet oder wer wachen Sinnes dabei ist? Kann die Frage nach dem «guten» Sterben überhaupt gestellt werden, oder wird genau so das Sterben zur überfordernden Pflichtaufgabe?

1000 Sterbenden begegnet

Monika Renz studierte Theologie und Philosophie, ist als Musik- und Psychotherapeutin tätig und schuf sich durch Vorträge, Kurse und Bücher einen international bekannten Namen. Sie berichtet aus Erfahrungen mit über tausend Sterbenden und ist überzeugt, dass Sterben als immanenter und spiritueller Prozess geschieht, an den der Mensch immer nur heran sehen kann.

Der öffentliche Jubiläumsanlass beginnt am Dienstag, 12. November, um 19.30 Uhr in der Aula des Oberstufenzentrums Goldach.

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