Fotos wecken Erinnerungen

Das Fotostudio Belos gibt einen Teil seines Archivs auf. Kunden können die Negative der alten Aufnahmen kaufen. Sie nutzen das Angebot rege.

Oliver Schneider
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Zeljko Belos stöbert im Archiv seines Fotostudios. (Bild: Oliver Schneider)

Zeljko Belos stöbert im Archiv seines Fotostudios. (Bild: Oliver Schneider)

GOSSAU. Im hinteren Teil des Fotostudios Belos hängt ein vergilbtes Plakat mit der Aufschrift «Negative bleiben in jedem Fall Eigentum des Fotografen! Bilder davon können jederzeit nachbestellt werden.» Die Zeiten haben sich aber geändert. Und so gibt das Fotostudio einen Teil seines Archivs von 1980 bis 2010 auf, um Platz für Computer zu schaffen. «Meine Frau ist auf die Idee gekommen. Damit können wir unseren Kunden etwas Spezielles bieten und müssen das Material nicht einfach verbrennen», sagt Zeljko Belos, Geschäftsführer des Fotostudios.

Der Raum wird gebraucht

Die Nachfrage und Dankbarkeit der Leute sei gross. «Wir mussten die Aktion sogar bis Ende April verlängern», sagt Zeljko Belos und fügt an: «Es ist aber schade um jedes Negativ, das nicht abgeholt wird.» Er würde gerne einen leerstehenden Keller haben, in dem sämtliche Negative weiter aufbewahrt werden könnten, doch das Studio biete einfach keinen Platz mehr dafür.

Im Juli soll die Renovation des Raumes beginnen. Ein Archiv, wie es das Fotostudio Belos besitzt, wird heutzutage nicht mehr gebraucht. «Sämtliche Fotos werden doppelt auf dem Rechner abgespeichert», sagt Zeljko Belos. Genau diesem Zweck soll der umgebaute Raum später dienen. Die Computer werden die Hälfte des ehemaligen Archivs füllen, und der restliche Raum wird zu einem Aufbewahrungsort für die Tools der Fotografen.

Die gute alte Vergangenheit

Auch für Zeljko Belos hat die ganze Aktion einen spannenden Aspekt: «Wir konnten zwar unmöglich alle Fotos anschauen, für ein paar Einblicke in die Vergangenheit hat die Zeit aber doch gereicht.» Die Frisuren und Kleider hätten ihm schon ein Schmunzeln entlockt. Auch die alten Fotos von Gossau seien eindrucksvoll. Trotzdem schwinge eine nostalgische Note mit. «Heute haben die Hobbyfotografen viel mehr Möglichkeiten. Es werden hundertmal mehr Fotos geschossen, aber leider nur ein Prozent entwickelt», sagt Zeljko Belos. Früher betrug die Entwicklungszeit zwei Monate, in denen man nicht wusste, wie das Foto wird. Das habe er immer als einen Reiz des Fotografierens angesehen. Dieser Überraschungsmoment fehle ihm bei den heutigen Digitalkameras.

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