Fotoexpedition am Limit

Heisse Lava, giftige Schwefeldämpfe, unwirkliche Wüstenlandschaften und herzliche Menschen; der Thaler Fotograf Christof Sonderegger ist in die Danakil-Wüste gereist. Bilder davon präsentiert die Donnerstagsgesellschaft am Samstag.

Rudolf Hirtl
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Der Thaler Fotograf Christof Sonderegger, auf dem Bild mit Sohn Livio zu sehen, hat von seiner Reise durch die Danakil-Senke faszinierende Bilder mit nach Hause gebracht. Etwa vom Lavasee des Vulkans Erta Ale, von den Schwefelterrassen in Assale und den dort arbeiteten Menschen. (Bilder: Christof Sonderegger)

Der Thaler Fotograf Christof Sonderegger, auf dem Bild mit Sohn Livio zu sehen, hat von seiner Reise durch die Danakil-Senke faszinierende Bilder mit nach Hause gebracht. Etwa vom Lavasee des Vulkans Erta Ale, von den Schwefelterrassen in Assale und den dort arbeiteten Menschen. (Bilder: Christof Sonderegger)

THAL/ADDIS ABEBA. Warum sich manche Menschen in die entlegensten Gefahrenzonen der Erde begeben, statt sich in Spanien an den Strand zu legen, ist vielen ein Rätsel. Aber da ist dieser unwiderstehliche Reiz: der Reiz des Unbekannten, des Entdeckens, des Schauens, des Verstehens. Die Danakil-Wüste im Nordosten Äthiopiens gilt unter «Abenteuern» als eines der Gebiete der Welt, das man einmal gesehen haben muss. Die Bilder, die der Thaler Fotograf Christof Sonderegger von seiner Reise in eine der lebensfeindlichsten Wüsten der Welt mitgebracht hat, zeigen denn auch schnell, was diesen Reiz ausmacht. Mondähnliche Landschaften, faszinierende Farbenspiele und eine der grössten Attraktionen der Reise, der 613 Meter hohe Schildvulkan Erta Ale.

Giftigen Dämpfen ausweichen

Der Blick in den Krater auf den permanenten Lavasee ist vor allem nachts ein einzigartiges Naturschauspiel. In Abständen von zwei bis drei Minuten zerreissen hellorange-glühende Lavafontänen die dünne Kruste der grauen, erstarrten Lava und ziehen feurige Spuren in die Nacht. «Wir mussten beim Fotografieren ab und zu nach hinten rennen, um den giftigen Schwefeldämpfen auszuweichen und Luft zu holen», sagt Christof Sonderegger, der sich mit seinem 22jährigen Sohn Livio an den Rand des vulkanischen Infernos gewagt hat.

So faszinierend die Landschaft an der Danakil-Senke in Äthiopien nahe der Grenze zu Eritrea ist, so gefährlich ist sie auch. Immer wieder werden dort Reisende getötet oder entführt, um später als Druckmittel für Lösegeld zu dienen. «Ich habe mich dort nie unwohl gefühlt. Ausserdem ist das Land derart karg und weit, dass kaum Menschen anzutreffen sind», sagt der Profifotograf dazu und räumt ein, ständig von Polizei oder Militär begleitet worden zu sein.

Sonderegger hat nicht nur faszinierende Bilder des Lavasees mit der Kamera eingefangen. Die Danakil bietet eine Fülle von weiteren Motiven. Beispielsweise der noch junge Vulkan Ardoukoba oder das Gebiet um Hadar, wo 1974 die 2,8 Millionen Jahre alten Überreste des Urmenschen «Lucy» gefunden wurden. Oder aber der Assale-Salzsee, wo die Schwefelterrassen in unterschiedlichsten Farben glänzen. Eindrücklich auch die Bilder vom Salzabbau am 155 Meter unter dem Meeresspiegel gelegenen See, wo täglich nicht weniger als 1000 Kamele mit Salzblöcken beladen werden.

Open-Air-Bildershow

Über seine Expedition am Horn von Afrika berichtet Christof Sonderegger persönlich am Samstag, 22. August, im Oberstufenzentrum Thal. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe der Donnerstagsgesellschaft präsentiert er seine Eindrücke ab 20.30 Uhr in einer spektakulären Open-Air-Bildershow.

Salzabbau bei Dallol in der Danakilwüste Photo by Christof Sonderegger (Bild: Christof Sonderegger CH-9424 Rhe)

Salzabbau bei Dallol in der Danakilwüste Photo by Christof Sonderegger (Bild: Christof Sonderegger CH-9424 Rhe)

Glühende Lava auf dem Ertale-Vulkan Photo by Christof Sonderegger (Bild: Christof Sonderegger CH-9424 Rhe)

Glühende Lava auf dem Ertale-Vulkan Photo by Christof Sonderegger (Bild: Christof Sonderegger CH-9424 Rhe)

Schwefelterrassen bei Assale Photo by Christof Sonderegger (Bild: Christof Sonderegger CH-9424 Rhe)

Schwefelterrassen bei Assale Photo by Christof Sonderegger (Bild: Christof Sonderegger CH-9424 Rhe)