FORUM: Das Sufo hat die Kurve gekriegt

Am Wochenende findet das Sozial- und Umweltforum Ostschweiz zum 13. Mal statt. 2016 stand das Forum noch vor dem Aus. Ein neues OK konnte den Anlass aber retten – und will dem Sufo nun zu alter Stärke verhelfen.

Luca Ghiselli
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Mit Informationsständen machen am Sufo jeweils zahlreiche Organisationen auf ihre Anliegen aufmerksam. (Bild: Peer Füglistaller (30. Mai 2015))

Mit Informationsständen machen am Sufo jeweils zahlreiche Organisationen auf ihre Anliegen aufmerksam. (Bild: Peer Füglistaller (30. Mai 2015))

Luca Ghiselli

luca.ghiselli@tagblatt.ch

Nur halb so viele Workshops, keine Kundgebung in der Innenstadt, deutlich weniger Teilnehmer als in den Vorjahren: 2016 fand nur eine geschrumpfte Version des Sozial- und Umweltforums Ostschweiz (Sufo) statt. Das alljährliche Treffen der linken und alternativen Kräfte der Ostschweiz stand damals kurz vor dem Aus. Doch dann hat sich ein neues Organisationskomitee formiert, welches das Forum neu beleben konnte. Und nun dauert der Anlass gar drei Tage statt wie bisher nur zwei. An etwas aus dem Vorjahr halten die Organisatoren dennoch fest: Auf die Kund­gebung wird wieder verzichtet, wie OK-Mitglied Remy Holen­stein erklärt. «Wir wollen einen konstruktiven und besinnlichen Weg einschlagen. Ein lauter Demonstrationszug würde dem nicht gerecht werden.»

Die Anzahl Workshops ist wieder gestiegen

Dass das Sufo gerettet werden konnte, ist also nicht zuletzt der Freiwilligenarbeit des neuen OK zu verdanken. Dieses hatte sich formiert, nachdem sich 2016 fast alle bisherigen Organisatorinnen und Organisatoren zurückgezogen hatten. «Wir sind ein guter Mix aus Alten und Jungen», sagt Holenstein. Mehr Leute, die sich im Komitee engagieren, könne es aber immer brauchen.

Die Zahl der Workshops ist im Vergleich zum Vorjahr wieder gestiegen, 36 sind es. Sie behandeln Themen im Zusammenhang mit Umweltpolitik, Entwicklungszusammenarbeit, Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft (siehe Zweittext). Ergänzend zu den Workshops findet auch dieses Jahr wieder ein Strassenfest in der Kirchgasse statt. Neu erstreckt sich das Programm des Sufo bis Sonntag. «Grund dafür ist, dass wir einerseits ein reichhaltigeres Programm bieten wollten, andererseits den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Möglichkeit geben, möglichst viele Anlässe zu besuchen», sagt Holenstein.

Da die Workshops zum Teil zeitgleich stattfänden, sei das Besuchen mehrerer Angebote bisher nur beschränkt möglich gewesen. Am Sonntag fokussiert man denn thematisch auch eher auf Besinnliches. «Wir wollten die Aktivitäten eher sonntäglich gestalten.» Schlägt das Sufo nun etwa einen kirchlichen Weg ein? «Nein», sagt Holenstein. Man sei konfessionell unabhängig, beschäftige sich wohl aber mit Spirituellem. Das entspreche auch dem langjährigen Motto des Sufo: «Eine andere Welt ist möglich». «Wenn wir mit Ungerechtigkeit und Konsumverhalten weltweit so weiter machen wie bisher, fahren wir den Karren an die Wand. Es braucht also ein Umdenken», sagt Holenstein. Mit dem Sufo wolle man seinen Teil dazu beitragen, damit das im Kleinen gelingt.

Senioren genauso ansprechen wie Junge

In den besten Zeiten nahmen am Sufo jeweils über 1000 Personen teil. Im vergangenen Jahr waren es noch rund 350. Die Organisatoren hoffen nun, dieses Jahr wieder mehr Interessierte an die Kirchgasse zu locken. «Unser Ziel ist, dass wir sicher wieder mehr als 500 Besucherinnen und Besucher verzeichnen können», sagt Holenstein. Man wolle zwar wie auch bisher vor allem junge Menschen unter 30 ansprechen. «Eine Altersgrenze haben wir aber nicht. Jugendliche nehmen genauso teil wie Senioren.» Sie eint das Ziel, die Welt besser zu machen, als sie heute ist. Am Sufo soll auch dieses Jahr wieder der erste Schritt dafür getan werden.