«Fort Knox» im Appenzellerland

Das Gasthaus zum Gupf in Rehetobel hat 17 Gault-Millau-Punkte und eine Traumaussicht auf Bodensee und Säntis. Jetzt wurde mit dem erweiterten Weinkeller ein weiterer Superlativ draufgesetzt.

Karin Erni
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In der «Schatzkammer» lagert Wein im zweistelligen Millionenbetrag. (Bild: pd)

In der «Schatzkammer» lagert Wein im zweistelligen Millionenbetrag. (Bild: pd)

REHETOBEL. «Es git än Ort, gar wohlbekannt, da het me s'Allerbescht. Das isch de Gupf im Vorderland, s'wird jede Tag zum Fescht», so trällerte Ex-Miss-Schweiz Linda Fäh vor wenigen Tagen das neue «Gupf-Lied» an der offiziellen Eröffnung des erweiterten Weinkellers.

«Schatzkammer» für den Wein

Das Gasthaus zum Gupf in Rehetobel hat für die besten seiner 33 000 Flaschen Wein eine eigene Schatzkammer eingerichtet. Sie kann von den Gästen zwischen den Gängen besichtigt werden. Vorbei geht es an der laut Guinnessbuch der Rekorde grössten Weinflasche der Welt. Sie enthält 480 Liter eines Süssweins der Kellerei Kracher im österreichischen Burgenland. Auf Knopfdruck öffnet sich eine Geheimtür und gibt den Blick frei auf einen Weinkeller der besonderen Art. Hier lagert unter anderem eine lückenlose Sammlung aller Mouton-Rothschild-Jahrgänge von 1940 bis heute. Dazu kommen Spitzenweine von Gütern wie Château Pétrus oder Domaine de la Romanée-Conti sowie ein umfangreicher Champagnerbestand. «Hier lagert ein zweistelliger Millionenbetrag», lässt Besitzer Migg Eberle die staunenden Besucher wissen.

Die Wände der Schatzkammer sind mit der mutmasslich grössten je geschnitzten Darstellung eines Alpaufzugs versehen. Geschaffen hat ihn Holzbildhauer Robert Hangartner aus Altstätten. Zu den Glanzpunkten gehört eine bronzene Bodenplatte mit dem Emblem des «Gupfs». Hergestellt wurde sie in einer Aarauer Glockengiesserei.

Alpenlounge im Sandsteinfels

Der «Gupf» steht auf einem Sandsteinfelsen und so musste der neue Keller buchstäblich aus diesem herausgefräst werden. Die Methode wurde gewählt, um möglichst wenig Erschütterungen zu erzeugen, die dem Wein in den bestehenden Kellern nebenan schaden könnten. Durch den Kellerbau ist neben dem Restaurant eine ebene Fläche entstanden, die nun für eine «Alpenlounge» genutzt wird.