Forster tritt nicht mehr an - Weg frei für Keller-Sutter?

ST.GALLEN. Nach 16 Jahren verabschiedet sich Erika Forster aus dem Ständerat. Die St.Galler FDP ist nun auf der Suche nach einem neuen Kandidaten oder einer neuen Kandidatin für die Wahlen im Herbst. Ob Regierungsrätin Karin Keller-Sutter antritt, ist nicht bekannt.

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16 Jahre sind genug: Erika Forster verabschiedet sich aus dem Stöckli. (Bild: Michel Canonica/Archiv)

16 Jahre sind genug: Erika Forster verabschiedet sich aus dem Stöckli. (Bild: Michel Canonica/Archiv)

Auf der Homepage von Erika Forster war am Freitagmorgen noch kein Wort zu lesen über ihre Demission. Stattdessen wehrt sich die St.Gallerin in einem grossen Artikel gegen eine Einheitskasse. Es ist genau dieses Engagement, das die FDP des Kantons St.Gallen in einer Medienmitteilung lobt:«In den vergangenen 16 Jahren hat sie sich stets pragmatisch und lösungsorientiert, gleichwohl aber beharrlich für die Anliegen einer bürgerlichen Politik eingesetzt.»

Gemeinderat, Grosser Rat, Ständerat
Während vier Legislaturen sass Erika Forster für den Kanton St.Gallen im Stöckli. Ihre politische Karriere jedoch begann bereits 1977. Die damals 33-Jährige wurde in den Grossen Gemeinderat der Stadt St.Gallen gewählt, dem sie bis 1988 angehörte und den sie 1982 als erste Frau präsidierte. 1988 schaffte Forster den Sprung in den Grossen Rat des Kantons St.Gallen und wurde 1994/1995 als dessen Präsidentin zur «höchsten St.Gallerin». 1995 schliesslich wurde die gebürtige Zürcherin als Vertreterin der St.Galler FDP in den Ständerat gewählt. In der kleinen Kammer nahm Forster unter anderem Einsitz in die Aussenpolitische und in die Finanzkommission. Der Höhepunkt ihrer Polit-Laufbahn aber war die Wahl zur Ständeratspräsidentin 2009/2010. Der grossartige Empfang, der ihr anlässlich ihrer Wahl von den St.Gallerinnen und St.Gallern bereitet worden sei, bleibe ihr unvergesslich, wird Forster im FDP-Communiqué zitiert.

Engagement bis zum Schluss
«Ich habe mein Mandat im Ständerat mit viel Freude ausgeübt und werde den Kanton St.Gallen bis zum Ende der laufenden Legislatur mit grossem Engagement in Bern vertreten», teilte Erika Forster in ihrem Demissionschreiben an die Kantonalpartei mit. Ihre in der Politik gewonnenen Erfahrungen wolle sie danach «wieder vermehrt in unternehmerische Tätigkeiten einfliessen lassen».

Kommt nun Keller-Sutter?
Forsters Sitz im Ständerat will die St.Galler FDP «bedingungslos verteidigen», wie die Kantonalpartei in der Medienmitteilung ankündigt. Wer die Nachfolge antreten soll, steht noch nicht fest. Allerdings wird schon seit Längerem gemunkelt, dass die St.Galler Regierungsrätin Karin Keller-Sutter in Forsters Fussstapfen treten soll. Die FDP wird ihren Kandidaten oder ihre Kandidatin am 7. April in Tübach nominieren. (pd/sg)