Forschungszentrum ohne Schwyz und Glarus

Der Kanton St. Gallen plant den Neubau eines Forschungszentrums der Hochschule für Technik in Rapperswil (HSR) für 40 Millionen Franken im Alleingang. Die beiden andern Trägerkantone beteiligen sich nicht am Projekt.

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Die HSR Hochschule für Technik leide an akuter Raumnot. (Bild: pd)

Die HSR Hochschule für Technik leide an akuter Raumnot. (Bild: pd)

RAPPERSWIL-JONA. Nach Abzug von Bundesbeiträgen und Eigenkapital der HSR soll der Kanton St. Gallen einen Kredit von 22,7 Mio. Franken für das Forschungszentrum sprechen. Die notwendige Volksabstimmung ist für 2012 geplant. Laut einer gestrigen Mitteilung der St. Galler Staatskanzlei will die St. Galler Regierung dem Kantonsrat im Spätherbst eine Vorlage unterbreiten.

Raumnot lindern

Mit dem Neubau des Forschungszentrums soll die Raumnot an der HSR gelindert werden. Zudem werde die Positionierung der Schule im Bildungs- und Forschungsraum gestärkt, heisst es. Für das Projekt wurde bereits ein Architekturwettbewerb durchgeführt. Läuft alles nach Plan, soll der Neubau 2015 fertig sein.

Als Grund für den St. Galler Alleingang nennt der Kanton beabsichtigte Verhandlungen mit Schwyz und Glarus über eine Revision der Trägervereinbarung. Ohne eine solche Klärung hätten Investitionsbeschlüsse in Schwyz und Glarus womöglich keine Mehrheit gefunden.

Der Kanton Zürich war 2008 aus der Trägerschaft der HSR ausgetreten. Seither ist St. Gallen der Hauptträger. Der Kanton trägt 85 Prozent der jährlichen Kosten. Mit dem Beschluss der St. Galler Regierung, den Neubau allein zu finanzieren, könne das Projekt rascher verwirklicht werden, heisst es.

Vereinbarung neu verhandeln

Der Kanton St. Gallen will mit den Kantonen Schwyz und Glarus die Trägervereinbarung neu verhandeln. Dabei soll auch das gemeinsame Kostendach betreffend Neubau Forschungszentrum verhandelt werden. Die Vertragspartner bestätigen, dass sie damit die gemeinsame Trägerschaft der HSR längerfristig sichern wollen. Im Rahmen der Neufassung der Trägervereinbarung soll auch das gemeinsame Kostendach zum Neubau Forschungszentrum verhandelt werden.

Die Neufassung der Trägervereinbarung soll auf spätestens 1. Oktober 2016 (Ende der Übergangsfinanzierung durch den Kanton St. Gallen aufgrund des Austritts des Kantons Zürich) in Kraft gesetzt werden, heisst es bei den drei Kantonen. (sda/red.)

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