Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

FOOD WASTE: Hamsterer leeren Kühlschrank der Restessbar in St.Gallen

Der Verein Restessbar will verhindern, dass Essen im Müll landet. Oft wird Essen aber aus ihrem öffentlichen Kühlschrank gehamstert. Nun hat der Vorstand genug. Er sucht nach einem neuen Standort.
Christoph Renn
Unverkäufliche Reste können bei der Restessbar gratis abgeholt werden. (Bild: Sabrina Stübi)

Unverkäufliche Reste können bei der Restessbar gratis abgeholt werden. (Bild: Sabrina Stübi)

Der Kühlschrank der Restessbar an der Dürrenmattstrasse 24 wird rege genutzt. Kommt eine neue Ladung, ist sie in kürzester Zeit weg. Eigentlich ist das eine positive Meldung. Doch das Verhalten einiger Leute entspricht nicht den Vorstellungen der Verantwortlichen des Vereins Restessbar. «Einige haben regelrecht Essen gehamstert», sagt Vorstandsmitglied Ruben Schelbert. Deshalb hätten sie Regeln aufgestellt. «Die Leute müssen sich nun in einer Reihe aufstellen und sie dürfen nur noch ein bis zwei Sachen auswählen und dann wieder hinten anstehen.»

Die Situation beim Kühlschrank der Restessbar, der gefüllt wird mit abgelaufener Nahrung von Aldi, L’Ultimo Bacio und dem Stadtladen, hat sich jedoch nicht so stark wie erhofft verbessert. Dies bestätigt Philipp Holderegger, Geschäftsführer der Caritas St. Gallen-Appenzell. «Wir stellen zwar lediglich die Rampe zur Verfügung, doch haben auch wir festgestellt, dass es manchmal etwas lauter zu- und hergeht.» Dies sei bedauernswert, weil das Projekt eigentlich sehr unterstützenswert sei. Deshalb haben sich Vertreter von Caritas und des Vereins Restessbar kürzlich zu einem Gespräch getroffen. Eine Lösung für das Problem konnte jedoch noch keine gefunden werden.

Suche nach einem neuen Standort

Vorerst bleibt die Restessbar im Lachenquartier. Die Verantwortlichen suchen jedoch mit Hochdruck nach einem neuen Standort. «Uns geht es darum, dass möglichst wenig bis gar keine essbaren Lebensmittel im Müll landet», sagt Schelbert und ergänzt: «Der Verein ist erster Linie keine soziale Institution.» So wie der Kühlschrank genutzt werde, glaube der Vorstand nicht, dass die Philosophie hinter dem Projekt an diesem Ort komplett verstanden wird. «Es dient uns nicht, wenn das Essen schliesslich bei den Leuten zu Hause weggeworfen wird, weil sie gehamstert haben.» Auch Holderegger vermutet, dass verschiedene Ansichten auf der Rampe aufeinandergetroffen sind. Deshalb habe auch er dem Verein empfohlen, einen neuen Standort zu suchen. «Es ist zwar schade, wenn der Kühlschrank aus dem Lachenquartier verschwindet, aber es ist wohl im Sinne des Projektes», sagt Holderegger.

Bis ein neuer Ort gefunden ist, darf die Restessbar auf der Caritas-Rampe bleiben. Die Idee, den Kühlschrank zu zügeln, besteht schon seit einiger Zeit. Denn auch die Platzverhältnisse sind nicht optimal. «Die Rampe ist ziemlich schmal und bietet wenig Platz, um anzustehen», sagt Schelbert. Es gebe nur wenig Umlauf. Deshalb entstehe auch bei wenigen Leuten schnell eine Reihe und Gedränge sei vorprogrammiert.

Doch trotz der Probleme in den vergangenen Monaten ist beim Verein Restessbar eine positive Stimmung zu spüren: «Wir sehen in einem neuen Standort auch eine Chance», sagt Schelbert. Er und seine Mitstreiter hoffen, dass ihre Philosophie und der Einsatz gegen Food Waste dadurch Aufschwung erhalte. Doch zuvor muss ein neuer Standort gesucht werden: «Wir führen Gespräche mit verschiedenen Institutionen und Unternehmen.» Auch mit Privatpersonen wollen sie Kontakt aufnehmen. «Wir sind froh über alle verschiedenen Vorschläge», sagt Schelbert.

Eine eigene Community aufgebaut

Schelbert stellt klar, dass der Kühlschrank in der Stadt St. Gallen bleiben soll. «Das Projekt an sich stösst auf grosses Interesse», sagt er. So hätten sie seit der Lancierung im Mai 2016 eine aktive Community aufbauen können. Diese tausche online verschiedene Rezepte aus und diskutiere das Thema aktiv mit. «Zudem können wir ständig neue freiwillige Helferinnen und Helfer für die Restessbar gewinnen», sagt Schelbert. Neue Mitglieder seien aber jederzeit willkommen.

www.restessbar.ch

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.