Flüchtlingen ein Gesicht geben

Heute und morgen erzählen Flüchtlinge aus dem Asylzentrum Riethüsli an zwei Veranstaltungen aus ihrem Leben. In zwei Wochen wird in der Jugendherberge das zweite Asylzentrum in der Stadt eröffnet.

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Asylzentrum Riethüsli: Nur eine temporäre Bleibe. (Bild: Michel Canonica)

Asylzentrum Riethüsli: Nur eine temporäre Bleibe. (Bild: Michel Canonica)

Seit Ende August sind in der Zivilschutzanlage im Riethüsli rund hundert Asylsuchende untergebracht. Bald wird der Kanton St. Gallen ein zweites temporäres Asylzentrum auf Stadtgebiet eröffnen. Ab dem 23. November werden in der Jugendherberge St. Gallen die ersten Asylsuchenden einziehen, wie Urs Weber vom kantonalen Migrationsamt bestätigt. Rund 80 Plätze stehen dort zur Verfügung. Es handelt sich auch hier um eine temporäre Lösung bis im Frühling.

Asylsuchenden begegnen

Anfang dieser Woche befassen sich gleich zwei Veranstaltungen mit dem Asylzentrum im Riethüsli. Heute Montag laden die Pfarrämter St. Georgen und Riethüsli in einer ökumenischen Aktion zu einem Begegnungsabend mit Flüchtlingen ein. Morgen Dienstag widmet sich die Erfreuliche Universität im Palace der Frage «Asylzentrum Riethüsli: wie weiter?». Beide Anlässe bieten ausserdem Gelegenheit, direkt mit Flüchtlingen in Kontakt zu kommen.

Der heutige Begegnungsabend der Pfarrämter St. Georgen und Riethüsli beginnt um 19 Uhr im Riethüsli-Treff an der Gerhardstrasse 9. Gemäss Mitteilung erhalten Interessierte einen Einblick in den Alltag von Flüchtlingen. Drei Bewohner des Asylzentrums werden mit Hilfe von Übersetzern von ihrer Flucht und ihrem Leben in der Schweiz erzählen. Sabine Rüthemann, Kommunikationsbeauftragte des Bistums St. Gallen, wird das Gespräch moderieren. Ziel des Abends sei, den Flüchtlingen ein Gesicht zu verleihen, sagt sie. Andreas Bolli, Leiter des Asylzentrums Riethüsli, wird zudem über seine Erfahrungen im Asylzentrum berichten und einen Einblick ins aktuelle Asylverfahren geben. Beim anschliessenden Imbiss besteht die Gelegenheit, mit Asylsuchenden ins Gespräch zu kommen.

Was Flüchtlinge hier erwartet

Morgen Dienstag, 20.15 Uhr, befasst sich im Palace eine Diskussionsrunde am Beispiel des Asylzentrums Riethüsli mit der Zukunft der Flüchtlinge. Es geht um Fragen, was mit ihnen passiert, wie gross ihre Chance ist, Asyl zu erhalten, und mit welchen Begründungen sie allenfalls zurückgeschickt werden. Thema ist auch, was die Politik dazu zu sagen hat.

Auch hier berichten zwei Flüchtlinge aus dem Asylzentrum Riethüsli über ihren Alltag. Im Anschluss diskutieren Tilla Jacomet von der Rechtsberatungsstelle Heks und WOZ-Journalist Kaspar Surber über das Schweizer Asylrecht und die aktuellen Probleme. (cw)