Flüchtlinge helfen dem SC Brühl

In einer spontanen Aktion hat der SC Brühl gestern 30 Asylsuchende ins Paul-Grüninger-Stadion gerufen. Sie sollten helfen, den Fussballplatz vom Schnee zu befreien, damit am Samstag gespielt werden kann.

Alexandra Pavlovic
Drucken
Teilen
Flüchtlinge schaufeln das Spielfeld im Paul-Grüninger-Stadion frei. (Bild: Urs Bucher)

Flüchtlinge schaufeln das Spielfeld im Paul-Grüninger-Stadion frei. (Bild: Urs Bucher)

Temperaturen um den Gefrierpunkt in der Nacht, rund 20 Zentimeter Schnee auf dem Rasen und kaum Aussicht auf eine Räumung: Die Situation auf dem Hauptplatz des Paul-Grüninger-Stadions hätte am Donnerstagmorgen nicht schlechter sein können. Am Samstag will der SC Brühl gegen Basels U21-Mannschaft auflaufen. «Doch so kann das Spiel nicht stattfinden», sagt Club-Präsident René Hungerbühler. Der Schnee werde von alleine nicht verschwinden. «Das Gartenbau- und das Sportamt der Stadt, die sonst für das Abtragen des Schnees verantwortlich sind, können mit ihren schweren Maschinen nicht auf den Rasen.» Er würde dadurch beschädigt.

Spontan Hilfskräfte gefunden

Der Schnee könne nur mit Schaufeln abgetragen werden, sagt Hungerbühler. «Da der SC Brühl schon mehrere Aktionen für Flüchtlinge durchgeführt hat, kam uns spontan die Idee, erneut bei Asylzentren in St. Gallen und in Eggersriet anzuklopfen.»

Gestern um 13.30 Uhr fanden sich so rund 30 Personen im Stadion ein. Ausgerüstet mit Schneeschaufeln und -wannen machten sich die Männer im Alter von 20 bis 50 Jahren an die Arbeit. Zugute kam ihnen das Wetter. Dank der Sonne wurde der Schnee ein wenig aufgeweicht. Die obere Schneeschicht sei kein Problem, sagt Brühls sportlicher Leiter Kurt Scheiwiller. «Der Schnee darunter macht uns mehr Sorgen, denn er ist gefroren. Der Boden ebenso.»

Schnee schaufeln im T-Shirt

Vier Stunden hatten die Asylsuchenden Zeit, den Schnee zu räumen. Quadratmeter für Quadratmeter der weissen Masse trugen sie ab. Die Arbeit verrichteten sie aber nicht etwa dick eingepackt in Winterjacken, sondern in T-Shirts und ohne Handschuhe. Kalt hatten sie offensichtlich nicht. Auch sonst war ihnen der Spass an der Arbeit anzusehen. «Wir wollten sie aus dem Alltag herauslocken, sie mit etwas anderem beschäftigen», sagt Hungerbühler.

Zum Dank würden die Asylsuchenden zum Spiel eingeladen. Zwar konnten sie gestern den Platz nicht vollständig vom Schnee befreien. Sie packen aber heute nochmals an, damit morgen gespielt werden kann.