Flawiler Track keine Konkurrenz

ANDWIL. Wie in Andwil ist auch in Flawil eine neue Veloanlage geplant. Ein weiterer Pumptrack in unmittelbarer Nähe schreckt die Initianten aber nicht ab, vielmehr erhoffen sie sich Rückenwind. Die Pläne sollen noch dieses Jahr aufgelegt werden.

Johannes Wey
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Geübte Fahrer überwinden Pumptracks, ohne in die Pedale zu treten. Der Schwung kommt aus «pumpenden» Bewegungen. (Bild: pd/Velosolutions)

Geübte Fahrer überwinden Pumptracks, ohne in die Pedale zu treten. Der Schwung kommt aus «pumpenden» Bewegungen. (Bild: pd/Velosolutions)

Pioniergeist wehte durch Andwil, als vor gut fünf Jahren die Idee eines Pumptracks aufkam. Jedermann soll mit dem Velo über den Parcours gleiten können, ohne in die Pedale zu treten. Stattdessen holen die Fahrer ihren Schwung mit «pumpenden» Körperbewegungen von Hügeln und aus Steilwandkurven. Die Initianten wollten die erste derartige Anlage in der Region St. Gallen bauen. Nach einer Exkursion ins bündnerische Jenaz war auch der Gemeinderat überzeugt, genauso wie die Stimmbürgerschaft, die einen Kredit von 70 000 Franken sprach.

Flawil will im Frühling bauen

Nun könnte Andwil im Rennen um die erste Anlage aber auf der letzten Runde überholt werden: In Flawil soll in den kommenden Frühlingsferien eine ähnliche Anlage entstehen. Auch in Münchwilen gab es Bestrebungen für einen Pumptrack. Das Projekt steht allerdings vor dem Aus, da die Sponsorensuche zu wenig einbrachte. Die Baubewilligung ist diesen Frühling ausgelaufen, nachdem sie bereits einmal verlängert worden war.

Nähe zur Schule ideal

Das Andwiler Projekt soll noch in diesem Jahr aufgelegt werden, sagt Gemeindepräsident Dominik Gemperli. Das Betriebskonzept des eigens gegründeten Vereins Bikepark Andwil habe grundsätzlich überzeugt. Vor dem Auflageverfahren werde nun nochmals das Gespräch mit den Anwohnern gesucht. Die Anlage soll im Baurecht auf einer Gemeindeliegenschaft neben dem Schulhaus Ebnet zu stehen kommen. Für Gemperli eine interessante Idee, da sie so auch im Sportunterricht genutzt werden könnte. Dadurch liesse sich auch die Verkehrssicherheit der Schüler erhöhen, glaubt der Gemeindepräsident. Bestätigt sieht er sich darin auch vom Flawiler Projekt, das ebenfalls neben einer Schulanlage entstehen soll.

Ein weiteres Projekt in unmittelbarer Nähe ist für Gemperli kein Grund, von einem eigenen Pumptrack abzusehen. «Im Gegenteil», das zeige das Bedürfnis und zerstreue die Befürchtung, die Anlage könnte viele Auswärtige anziehen und damit Mehrverkehr verursachen.

Sparen dank Strassenprojekt?

Diese Meinung teilt Peter Bode, Präsident des Vereins Bikepark Andwil, der derzeit noch mit der Finanzierung der Anlage beschäftigt ist. Zu den Gesamtkosten möchte sich Bode noch nicht äussern. Von Seiten der Firma Velosolutions, die die Tracks in Flawil und Andwil plant, heisst es aber, eine Anlage, vergleichbar mit jener in Jenaz, koste zwischen 100 000 und 150 000 Franken. Nebst dem Kredit der Gemeinde habe der Verein Bikepark bereits Sponsorenbeiträge zugesichert bekommen, sagt Bode. Nun bemühe man sich um Gelder aus dem Sport-Toto-Fonds. Eine Voraussetzung dafür erfüllt der Verein bereits: Seit Anfang Jahr ist er Mitglied der St. Galler Sektion von Swiss Cycling.

Wenn das Timing stimmt, könnte der Andwiler Pumptrack laut Bode aber auch erheblich günstiger kommen. «2016 steht die Sanierung der Kantonsstrasse an. Der Asphalt, der dort abgetragen wird, wäre das ideale Rohmaterial.» Dadurch würden sich die Kosten um fast die Hälfte reduzieren. Und den Andwilern blieben erst noch einige Lastwagenfahrten erspart.