FLAPSIGE BEMERKUNG: «Ich bin Reto Brennwald nicht böse»

WIL. So sehe ein typischer Wiler aus, sagte SF-Moderator Reto Brennwald bei den Bundesratswahlen über den örtlichen FDP-Präsidenten Jigme Shitsetsang. Der Betroffene nimmt die Äusserung mit tibetischer Gelassenheit.

Daniel Walt
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«Einige fanden die Bemerkung unangebracht»: Jigme Shitsetsang, Präsident der FDP Wil. (Archivbild: Christoph Lampart)

«Einige fanden die Bemerkung unangebracht»: Jigme Shitsetsang, Präsident der FDP Wil. (Archivbild: Christoph Lampart)

Jigme Shitsetsang, 1971 in Wil geboren und mittlerweile wieder am Ort wohnhaft, ist in der Äbtestadt bestens verwurzelt. Am Mittwoch schlug bei den Bundesratswahlen seine grosse Stunde: Er wurde live am Schweizer Fernsehen zu Karin Keller-Sutters Chancen befragt. Als im Anschluss an die Aussenschaltung wieder SF-Moderator Reto Brennwald im Bundeshaus übernahm, stellte dieser trocken fest, so sehe also ein typischer Wiler aus. Er fügte noch bei, das meine er ohne jegliche Ironie.

«Ich habe Reto Brennwalds Bemerkung zunächst gar nicht mitbekommen», hält Jigme Shitsetsang einen Tag danach fest. Beim Empfang für Karin Keller-Sutter in Wil am Mittwochabend wurde er dann allerdings verschiedentlich auf Brennwalds Äusserung angesprochen. «Einige fanden die Bemerkung unangebracht. Gross empört war aber niemand», erklärt Shitsetsang.

Auch Jigme Shitsetsang selbst, der tibetische Wurzeln hat, nimmt das Ganze gelassen: «Ich glaube, dass Reto Brennwald im Stress war und ihm diese flapsige Bemerkung einfach so herausgerutscht ist», hält er fest. Er fühle sich von Brennwald keinesfalls vor der TV-Nation vorgeführt und sei ihm nicht böse. «Da bleibt von meiner Seite auch nichts zurück.»

Weil man Jigme Shitsetsang in der Region Wil kennt, kommt es nicht sehr häufig vor, dass er auf seinen Namen angesprochen wird. «Wenn das aber passiert und ich sage, dass ich tibetische Wurzeln habe, spüre ich viel Sympathie», sagt er. Aber inwieweit sieht er sich denn überhaupt als typischen Wiler? «Eigentlich gar nicht», lacht Shitsetsang, der im nahen Thurgau aufwuchs. Er habe als Jugendlicher aber Eishockey in Wil gespielt, sei jeweils hier im Schwimmbad gewesen. «Und auch jetzt, wo ich hier lebe, fühle ich mich in der Stadt wohl und bin ihr verbunden», sagt er.