Fixer Beitrag fürs Stadtfest

ST.GALLEN. Die Stadt unterstützt das Stadtfest jährlich mit 50 000 Franken. Der Beitrag soll nun fix für die kommenden Jahre vom Parlament gutheissen werden. Dafür verlangt die Stadt eine Konzeptänderung, etwa die Einladung einer Gastregion.

Elisabeth Reisp
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Das Stadtfest ist beliebt, wie dieses Bild von diesem Sommer zeigt, und soll weiterhin jährlich stattfinden. (Archivbild: Michel Canonica)

Das Stadtfest ist beliebt, wie dieses Bild von diesem Sommer zeigt, und soll weiterhin jährlich stattfinden. (Archivbild: Michel Canonica)

Bereits jetzt wird das Stadtfest jeweils mit 50 000 Franken aus der Stadtkasse unterstützt. Allerdings wird dieser Antrag auf Unterstützung jedes Jahr aufs neue dem Parlament unterbreitet. Daher beantragt der Stadtrat dem Parlament in der heutigen Sitzung, diesen Beitrag ab 2016 jährlich wiederkehrend gutzuheissen. Dafür wird am Konzept geschraubt. «Zur Qualitätssicherung», wie Sicherheitsdirektor Nino Cozzio sagt.

Gastregion aus dem Kanton

Die wohl prägnanteste Neuheit für die Besucher ist die Idee einer Gastregion. Bislang sei es zu wenig gelungen, das St. Gallerfest als «unique» zu positionieren, schreibt der Stadtrat in seiner Vorlage. Eigentliche Alleinstellungsmerkmale würden fehlen. Deshalb soll der Besuch einer Gastregion am Fest etabliert werden.

Cozzio könnte sich vorstellen, dass einer Gastregion eine «Gastbühne» geboten wird. Auch mit verschiedenen Ständen soll sich die Region präsentieren dürfen. Ähnlich wie die Olma dies handhabt. «Allerdings nur im Kleinen», sagt Cozzio. «Deshalb nur Regionen aus St. Gallen.» Dies auf die benachbarten Kantone auszuweiten, schliesst Cozzio aber nicht aus.

Plattform für Nachwuchstalente

Ein schärferes Profil soll dem Fest auch durch die lokalen Vereine und Institutionen verliehen werden. Durch den bewussteren Einbezug etwa vom CSIO oder dem FCSG solle die lokale Verbundenheit mit dem Fest gestärkt werden, heisst es in der Vorlage weiter. Und nicht zuletzt sollen auch Nachwuchstalente aus den Bereichen Musik und Kunst mit einem Talentwettbewerb eine Plattform erhalten.

Die Verankerung von jährlich 50 000 Franken im Haushaltsbudget setzt voraus, dass das Fest auch jährlich stattfindet. Der Stadtrat hat die Vor- und Nachteile abgewägt und ist zum Schluss gekommen: Die Vorteile einer jährlichen Durchführung überwiegen. Wohl würde eine Abkehr von der jährlichen Austragung sowohl die Stadtkasse entlasten als auch die Anwohner und Geschäfte in der Innenstadt. Dennoch hält der Stadtrat an diesem Rhythmus fest. Mit jeweils gegen 100 000 Besuchern sei die Nachfrage ausgewiesen, die Ausbildungsmassnahmen bei den Standbetreibern nachhaltig, und der Auf- und Abbau der Infrastruktur sei eingespielter, um nur einige Vorteile zu nennen.

Organisation auf Kopf gestellt

Das Fest wird von einer privaten Trägerschaft, dem Verein St. Galler Veranstaltungen, organisiert. Das OK-Präsidium, das Präsidium des Trägervereins sowie die Leitung der Geschäftsstelle hatte bisher eine Person inne: Bruno Bischof. Der OK-Präsident war damit für die strategische, konzeptionelle und operative Führung verantwortlich. Hier sieht der Stadtrat aber eine Schwäche in Form eines Klumpenrisikos. «Wenn Bruno Bischoff irgendwann nicht mehr will oder kann, fällt das gesamte Know-how weg», sagt Cozzio. Diesem Risiko will der Stadtrat vorbeugen. Das OK-Präsidium wird künftig Milo Stössel, CEO MS Mail Service AG, übernehmen. Er wird in dieser Funktion für PR und Marketing zuständig sein. Bischof ist innerhalb des OKs für den Bereich Betrieb zuständig.

Neu mit Beirat

Zudem wird auch der Vorstand des Vereins St. Galler Veranstaltungen ausgebaut. Künftig werden Milo Stössel, Finanzchef Hans Straub und Bruno Bischof Einsitz nehmen.

Und schliesslich wird auch das bisherige Patronatskomitee aufgewertet. Das Komitee, welches bis anhin Vernetzungs- und Repräsentationsaufgaben erfüllte, soll zum Beirat umgestaltet werden. Präsidieren soll es Nino Cozzio.