«Fit13plus» ärgert Sportvereine

Sportvereine tragen zur Gesundheit der Bevölkerung bei. «Fit13plus», das Entlastungsprogramm der Stadt, erachten sie aber nicht als förderlich für gesunde eigene Finanzen. Sie wehren sich gegen die Erhöhung des Gebührentarifs.

Fredi Kurth
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St. Otmar zahlt für jedes Spiel der 1. Mannschaft eine Gebühr, aber noch mehr für den Nachwuchs. (Bild: Michel Canonica)

St. Otmar zahlt für jedes Spiel der 1. Mannschaft eine Gebühr, aber noch mehr für den Nachwuchs. (Bild: Michel Canonica)

Die Sportvereine der Stadt St. Gallen sollen für die Benützung von Hallen und Aussenanlagen 20 Prozent mehr Gebühren bezahlen. Diese Massnahme im Rahmen des Sparprogramms «Fit13plus» kritisieren sie zum Teil heftig. Je nach Grösse und eigenen finanziellen Möglichkeiten trifft sie die Erhöhung aber unterschiedlich.

Nachwuchsanlässe defizitär

Mit dem TSV St. Otmar stemmt sich ein bekannter Traditionsverein gegen die Erhöhung. Kuno Rudolph-von-Rohr, Präsident der Handball-Abteilung, schrieb einen Brief an Stadtrat Markus Bischof, mitunterzeichnet von Alexander Zehntner, Präsident von LC Brühl Handball. Darin zählen sie auf, was sie an Hallenmieten bezahlen. LC Brühl überwies vergangene Saison 28 100 Franken, bei Einnahmen an Mitgliederbeiträgen von 60 000 Franken. Für St. Otmar kam die Rechnung der Stadt auf annähernd 30 000 Franken zu stehen. «Die Durchführung von Nachwuchsturnieren sind schon heute für uns rechnerisch ein Verlustgeschäft», sagt Rudolph-von-Rohr.

Der TV Ost, mit rund 200 Mitgliedern einer der grössten Turnvereine der Stadt, hat für die Benützung der Oberzil-Turnhalle unlängst die Rechnung für die laufende Saison in Höhe von 3800 Franken erhalten. Umgekehrt aber wird der Betrieb für den Nachwuchs von der Stadt mit 2500 Franken unterstützt. «Was aber die Gebühren nicht ausgleicht», sagt Kassierin Yvonne Meli. Auch bei anderer Gelegenheit handelt es sich nicht immer um Nullsummenspiele. Patrick Stach, der frühere Präsident des TSV St. Otmar erinnert sich daran, dass er sich vor einem Europacupspiel beim Stadtpräsidenten auch schon für einen Zustupf von 1500 Franken bedankt hatte, während die Rechnung für die Benützung der Sporthalle Kreuzbleiche 2500 Franken betrug.

«Geld sollte zurückfliessen»

Für René Frick, Präsident der IG Sportstadt St. Gallen, werden durch die Erhöhung vor allem Vereine mit vielen Junioren belastet. «Es gibt aber auch Funktionäre, welche den Tarif im Prinzip immer noch als relativ günstig erachten.» Dem stimmt sogar Markus Meli, Technischer Leiter beim Turnverein Ost, zu. Er hätte auch nichts gegen eine leichte Erhöhung einzuwenden, wenn die Stadt St. Gallen die entsprechende Summe wieder in den Sport zurückfliessen lassen würde.

Der Radballclub St. Gallen trainiert in St. Georgen im Keller des Restaurants Adler. Dort zahlt er 2400 Franken im Jahr für die Benützung der Räumlichkeiten, die im Eigentum der Stadt sind. «Unser Vorteil ist, dass wir alleinige Mieter sind», sagt Präsident Markus Frick. Aber auch mit der Durchführung des Olma-Radballturniers schreibt der Verein rote Zahlen. «Wir halten uns zurzeit mit dem Vereinsvermögen über Wasser», sagt Frick. «Eine Erhöhung der Gebühr müssten wir zähneknirschend zur Kenntnis nehmen.»

Zurzeit 240 Franken im Jahr

Der aktuelle Gebührentarif stammt von 2007. Pro Halle beträgt er im Jahr 240 Franken, wenn sie einmal pro Woche nicht länger als eineinhalb Stunden benützt wird. Bei häufigerer und längerer Benützung erhöht sich der Betrag rapid. Eine kommerzielle Einzelveranstaltung in der Kreuzbleiche-Halle kostet 3000 Franken. Der Schwimmclub und der Reitclub bezahlen ebenfalls Gebühren.

«Sie sind für alle gleich hoch», sagt Martin Bühler, Leiter Sportanlagen. Auch der FC St. Gallen bezahlt für seine Trainingsstunden im Gründenmoos: Pro Platz 30 Franken im Monat bei einmaliger Benützung in der Woche. Das erhöht die Kosten bei täglichem Training markant. Der FC St. Gallen mit vergleichsweise hohem Budget kann's aber wohl verkraften.

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