Finanzierung der neuen Markthalle Sargans stockt

SARGANS. Die Finanzierung der neuen Markthalle in Sargans kommt nicht recht voran. Vom benötigten Anteilscheinkapital von einer Million Franken sind sechs Wochen nach dem Baubeschluss erst 131'450 Franken beisammen.

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Wie der Präsident der Markthallengenossenschaft Sargans-Werdenberg, Martin Willi, am Mittwoch an einem Informationsanlass in Flums sagte, kostet der Neubau 4,3 Millionen Franken. Davon müsse die Genossenschaft 1,5 Mio. Franken nicht rückzahlbares Kapital zusammenbringen, davon 1 Mio. Franken Anteilscheinkapital.

Laut Willi sind diese nicht rückzahlbaren Gelder die Bedingung für Beiträge von Bund und Kanton St.Gallen. Der Bund will 240'000 Franken und die kantonale Landwirtschaftliche Kreditgenossenschaft 300'000 Franken zahlen. Weitere 1,8 Mio. Franken kommen von den Versicherungen für die am 17. März abgebrannte Markthalle.

Ungenügende Solidarität
Mehrere Mitglieder kritisierten die mangelnde Solidarität der Viehzüchter. Den Vorschlag, die Genossenschaft in eine Aktiengesellschaft umzuwandeln, um eher an Kapital zu kommen, lehnte der Vorstand ab. Dann hätten nicht mehr die Bauern, sondern die Investoren das Sagen und würden die zu erwartenden Gewinne einstreichen, hiess es.

Präsident Willi wies auf die Vorteile einer eigenen Markthalle hin. So erinnerte er daran, dass an den öffentlichen Schlachtviehmärkten und Auktionen die höchsten Preise im Kanton erzielt werden. Zudem seien die Transportwege kurz, denn die nächsten Hallen befänden sich eine Autostunde entfernt in Cazis und Wattwil.

Höhere Auslastung möglich
Weiter sei eine noch bessere Auslastung mit nicht bäuerlichen Anlässen zu erwarten, weil in der neuen regionalen Sportanlage in Sargans die Zahl nicht sportlicher Anlässe reduziert werde. Vor dem Brand fanden in der Markthalle Sargans jährlich 100 bis 120 Anlässe statt, davon ein Drittel nicht bäuerliche. (sda)