Finanzgeschäfte für Kirchbürger

Die katholischen Kirchbürger entscheiden am Sonntag über Rechnung, unveränderten Steuerfuss und Abtretung von Stadthof-Anteilen an die Stadt.

Peter Beerli
Drucken
Teilen

Rorschach. Dank überraschend hohem Steuereingang und «weiteren Schritten zur Optimierung der Kostenstruktur» weist die Rechnung 2009 der Katholischen Kirchgemeinde Rorschach (die auch Rorschacherberg umfasst) einen Einnahmenüberschuss von 54 536 Franken aus. Der Voranschlag 2010 rechnet mit Einnahmen und Ausgaben von je 3,323 Mio. So dürften die Kirchbürger am kommenden Sonntag wohl dem Gesamtsteuerfuss von 25% (20% ordentliche Kirchensteuer, 1% Bausteuer und 4% Zentralsteuer) zustimmen.

Von Defizitbetrieb befreien

Die Kirchbürgerinnen und Kirchbürger entscheiden auch über den Antrag, den Anteil der Kirchgemeinde an Tiefgarage und Restaurant Stadthof der Stadt zu übergeben. Der Kirchenverwaltungsrat schreibt dazu, es werde die Rechnung der Kirchgemeinde von zukünftigem Mehraufwand befreien, wenn sich die Kirchgemeinde nun von den defizitären Gebäudeteilen trenne.

Im Amtsbericht 2009 erinnert Kirchenverwaltungsratspräsident Markus Urech-Pescatore an die gelungene Renovation der Kaplanei Wilen-Wartegg. Er bedauert, dass sich die politische Gemeinde Rorschacherberg nicht an den denkmalpflegerischen Kosten beteiligt. Damit gehen der Kirchgemeinde auch die Beiträge von Kanton und katholischem Konfessionsteil verloren. Der Kirchenverwaltungsrat bemühe sich, die Situation in konstruktiver Zusammenarbeit zu lösen.

Wenn sich die Austritte häufen

Mühe bereiten dem Präsidenten die sich in letzter Zeit wieder häufenden Kirchenaustritte vorwiegend jüngerer Leute. Man suche darüber das Gespräch mit dem Administrationsrat des katholischen Konfessionsteils und dem bischöflichen Ordinariat. Zudem bemühe man sich als ganze Kirchgemeinde und Pfarrei, das Engagement gegenüber der Gesellschaft vorzuleben.

Noch kaum Veränderungen

Für Pfarreiratspräsidentin Ursula Oesch-Rutz waren unter anderem das Gemeinschaftsessen zugunsten des Fastenopfers, das Family-Meeting «Glauben in der Familie» oder der «Tag der Völker» mit einem kroatischen Chor im Jahresbericht zu erwähnende Höhepunkte. Sie schreibt, die Errichtung der Seelsorgeeinheit habe noch keine grossen Veränderungen gebracht.

Delegationen der Pfarreiräte aus den drei Pfarreien Rorschach-Rorschacherberg, Goldach und Untereggen hätten sich zum ersten Kontakt getroffen und in Zukunft würden diverse Anlässe über die ganze Seelsorgeeinheit ausgeschrieben. Wie die weitere Zusammenarbeit aussehe, zeige sich mit der Zeit.

Aktuelle Nachrichten