FINANZEN: Thals Steuerfuss sinkt weiter

Thal senkt den Steuerfuss um 5 auf 109 Prozent. Möglich machen’s ein Besserabschluss von 3,4 Millionen Franken und ein Eigenkapitalpolster. Darauf ausruhen will sich der Gemeinderat aber nicht.

Linda Müntener
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Gemeindepräsident Robert Raths und Schulpräsidentin Miriam Salvisberg sind zufrieden mit dem Jahresabschluss 2016. (Bild: Linda Müntener)

Gemeindepräsident Robert Raths und Schulpräsidentin Miriam Salvisberg sind zufrieden mit dem Jahresabschluss 2016. (Bild: Linda Müntener)

Linda Müntener

linda.muentener@tagblatt.ch

Von getrübter Stimmung ist an diesem wolkenverhangenen Nachmittag im Thaler Rathaus nichts zu spüren. Im Gegenteil. Gemeindepräsident Robert Raths und Schulpräsidentin Miriam Salvisberg zeigen sich sichtlich zufrieden mit dem Jahresabschluss. «Es geht uns gut», sagt Raths. Thals Rechnung 2016 weist einen satten Ertragsüberschuss von 3413455 Franken aus. Budgetiert der Gemeinderat auf Vorrat? «Nein», entgegnet der Präsident, «aber wir planen vorsichtig.» Jedes Jahr gebe es grosse Unbekannte wie die Sozialkosten. Während andere Gemeinden für die soziale Wohlfahrt Mehrausgaben verbuchen, verzeichnet Thal hier Minderausgaben von 676758 Franken. «Wir hatten 2016 weniger umfassende Fälle.» Ein weiterer Grund für die Besserstellung sind Minderausgaben im Bereich Bildung (siehe Zweittext). Nicht zuletzt haben Steuermehreinnahmen zum positiven Ergebnis beigetragen.

Der Gemeinderat beantragt der Bürgerversammlung, zusätzliche Abschreibungen von einer Million Franken auf dem Verwaltungsvermögen im Rechnungsjahr 2016 vorzunehmen und den verbleibenden Gewinn der Reserve für künftige Ausgabenüberschüsse zuzuweisen. Den Steuerfuss will er um 5 auf 109 Prozent senken. Bereits 2015 wurde der Steuerfuss um acht Prozent gesenkt. Laut Raths ein Beweis für die positive Entwicklung der Gemeinde: Vor dreizehn Jahren lag der Steuerfuss noch bei 160 Prozent.

Investieren statt «pflästerlen»

Entwickeln soll sich Thal nicht nur finanziell, sondern auch baulich. Mehrere private Investoren realisieren derzeit Wohnüberbauungen in der Gemeinde (Tagblatt-Ausgabe vom 6. Februar). Was nicht alle Einwohner mit Freude verfolgen, begrüsst der Gemeindepräsident. «Eine Gemeinde braucht ein natürliches Wachstum, um vorwärts zu kommen», sagt er. Auch die politische Gemeinde investiert in diesem Jahr. So stehen für 2017 Bach- und Strassensanierungsprojekte an. Ausserdem soll die Badi Speck erneuert werden. Als längerfristiges Projekt ist die Komplettsanierung des Rathauses geplant. «Was gemacht werden muss, wird gemacht», sagt Raths. Von einer «Pflästerlipolitik» hält der Gemeindepräsident wenig. «Verschiebt man nötige Investitionen, spart man dadurch nicht.» Für das Jahr 2017 budgetiert der Gemeinderat ein Defizit von 1384910 Franken. Dieses könne bei einem Eigenkapital in Höhe von knapp 12 Millionen Franken gedeckt werden. «Wir haben eine gute Eigenkapitalbasis», sagt Raths. Die finanzielle Lage sei stabil: Auf der Steuerkraft-Rangliste des Jahres 2016 belegt Thal den achten Platz von 77 Gemeinden.

Hinweis

Vorversammlung: 20. März, 19.30 Uhr, Hotel Ochsen Thal; Bürgerversammlung: 27 März, 19.30 Uhr, Turnhalle Altenrhein

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