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FINANZEN: Gossau schwimmt im Geld

Der Stadt Gossau hat es 2017 so viel Geld in die Kasse gespült, dass sie das geplante neue Hallenbad im Buechenwald bereits vorfinanziert hat - vorausgesetzt, das Parlament stimmt den Anträgen des Stadtrates zu.
Daniel Wirth
Im Gebiet Buechenwald will der Stadtrat ein neues Hallenbad bauen. (Bild: Michaela Rohrer (7. März 2016))

Im Gebiet Buechenwald will der Stadtrat ein neues Hallenbad bauen. (Bild: Michaela Rohrer (7. März 2016))

Daniel Wirth

daniel.wirth@tagblatt.ch

Die Rechnung 2017 der Stadt Gossau schliesst bei einem Aufwand von 92,7 Millionen mit einem Überschuss von fünf Millionen oder knapp 4,5 Millionen Franken besser als budgetiert. «Der Haushalt der Stadt ist gesund», sagt Stadtpräsident Alex Brühwiler. Und: «Im Licht von heute war der Entscheid des Stadtparlaments im Jahr 2016 richtig, den Steuerfuss per Anfang voriges Jahr um fünf auf 121 Prozentpunkte zu senken.» Das sagt der Gossauer Stadtpräsident vor dem Hintergrund eines erwarteten und eingetroffenen Rückgangs der Gemeindesteuern (natürliche Personen) von 1,6 Millionen Franken im Jahr 2017 gegenüber dem Vorjahr.

Zur Besserstellung der Rechnung gegenüber dem Budget trugen Mehrerträge bei den Grundstückgewinnsteuern (+400000 Franken), bei den Handänderungssteuern (+600000 Franken) und bei den Steuern juristischer Personen (+910000 Franken) bei. Die Stadt hat im vergangenen Jahr verschiedene Grundstücke verkauft. Daraus ergaben sie Buchgewinne von knapp einer Million Franken. Der Gesamtertrag der Stadt Gossau lag im vergangenen Jahr bei 97,7 Millionen Franken.

Weniger Aufwand im Sozialwesen

Die Gesamtaufwand lag gemäss Communiqué der Stadtkanzlei mit 92,7 Millionen rund 2,6 Millionen Franken unter dem Budget. Im weiterhin günstigen Zinsumfeld mussten 2017 rund 265000 Franken weniger Fremdkapital-Zinsen bezahlt werden. Bei unverändertem Kreditbestand sank die Zinsbelastung der Stadt Gossau seit 2013 von 1,4 Millionen auf heute 880000 Franken. Der Sachaufwand schliesst 750000 Franken unter dem Budget. Vor allem für Energie, Unterhalt von Maschinen und Mobilien sowie für Dienstleistungen Dritter hat die Stadt Gossau im vergangenen Jahr weniger ausgegeben. Auch im Sozialwesen gab die Stadt Gossau 2017 weniger aus als budgetiert: Für die Unterbringung und die Unterstützung von Asylsuchenden und Flüchtlingen, aber auch für die übrige Sozialhilfe wurden 1,5 Millionen Franken weniger aufgewendet als veranschlagt. Brühwiler: «Als wir das Budget 2017 im Spätsommer 2016 ausgestalteten, rechneten wir, deutlich mehr Flüchtlinge unterbringen zu müssen und stellten dafür Geld ein; auf dieses Geld mussten wir nicht zurückgreifen, weil die erwarteten Flüchtlingsströme ausblieben.»

Rund 8,3 Millionen Franken betrug das Investitionsvolumen im vergangenen Jahr: das Oberstufenzentrum Rosenau wurde für drei Millionen Franken saniert, in die Kanalisation wurden 1,1 Millionen investiert und für 645000 Franken wurden Kugelfänge bei drei Schiessanlagen saniert. Sämtliche Investitionen konnten aus selbst erarbeiteten Mitteln finanziert werden; der Eigenfinanzierungsgrad lag bei 160 Prozent. Die Nettoverschuldung sank 2017 und beträgt aktuell 165 Franken pro Einwohner.

Geld fürs neue Hallenbad ist schon fast beisammen

Auch die Stadtwerke erzielten 2017 einen Gewinn. Er betrug 4,2 Millionen Franken oder 1,6 Millionen mehr als im Budget vorgesehen. Zum höheren Plus trugen die zwei Geschäftsfelder Elektrizität und Dienstleistungen bei.

Der Stadtrat schlägt dem Stadtparlament an der Sitzung vom 1. Mai vor, den 4,2-Millionen-Gewinn der Stadtwerke in den Stadthaushalt zu übertragen. Zusammen mit dem Ertragsüberschoss von fünf Millionen Franken aus der Laufenden Rechnung stünden dann 9,2 Millionen Franken zur Verfügung. Diese Summe will der Gossauer Stadtrat im Wesentlichen in die Vorfinanzierung der Sportanlagen einlegen. Wenn sich das Parlament diesem Antrag anschliesst, wird diese Reserve auf rund 23 Millionen Franken steigen. «Das gäbe bereits ein neues Hallenbad, mehr oder weniger», sagt Alex Brühwiler. Ein solches will der Stadtrat als Teil des Masterplans Sportanlagen, der aus dem Gesak (Gemeindesportanlagen-Konzept) hervorging, auf dem Areal Buechenwald bauen anstelle des bisherigen im Gebiet Rosenau. Das neue Hallenbad spielt eine Schlüsselrolle im ersten Modul des Masterplans. Das Parlament hat im Januar 2018 die Splittung des Masterplan in drei Module, das Raumprogramm fürs Hallenbad und den Wettbewerbskredit über 190000 Franken für ein neues Tribünengebäude beim Hauptfussballfeld bewilligt.

Für die Umsetzung des ersten von drei Modulen liegen die jüngsten Schätzungen der Investitionen bei 55 Millionen Franken mit einer möglichen Abweichung nach oben und nach unten von einem Fünftel, wie Urs Salzmann, Kommunikationsbeauftragter der Stadt Gossau, gestern auf Anfrage sagte.

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