FINANZEN: Geldsegen für Schule, Sport und Kraftwerk

Die Stadt Gossau und die Stadtwerke schliessen 2016 fast elf Millionen besser als budgetiert. Die Überschüsse sollen für Investitionen zurückgelegt werden.

Angelina Donati
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Rund zwei Millionen Franken vom Ertragsüberschuss will die Stadt Gossau in die Schulanlage Büel investieren. (Bild: Benjamin Manser)

Rund zwei Millionen Franken vom Ertragsüberschuss will die Stadt Gossau in die Schulanlage Büel investieren. (Bild: Benjamin Manser)

Angelina Donati

angelina.donati

@tagblatt.ch

Wie so oft hat die Stadt Gossau auch im vergangenen Jahr deutlich mehr Geld eingenommen als ursprünglich erwartet. Die Aufwendungen von 90,6 Millionen Franken stehen den Erträgen von 97,1 Millionen gegenüber, teilt die Stadt Gossau in einem Communiqué mit. Der Ertragsüberschuss im städtischen Haushalt 2016 beläuft sich somit auf 6,4 Millionen Franken. Die wesentlichen Gründe seien höhere Steuererträge von 4,7 Millionen Franken und tiefere Kosten (Tagblatt vom 18. Januar). Faktoren, die auf Anfrage beim Stadtpräsidenten Alex Brühwiler nicht absehbar sind.

Für die Abweichungen ebenfalls «verantwortlich» seien die Steuern und Abgaben auf Liegenschaften, die sich derzeit im Hoch befinden. So liegen die Grundsteuern um 190000 Franken, die Grundstückgewinnsteuern um eine Million, und die Handänderungssteuern um 290000 Franken über dem budgetierten Wert. Die starke Bautätigkeit und der rege Handel würden sich auch in den Anschlussbeiträgen im Abwasserbereich und in den Gebühreneinnahmen des Grundbuchamtes widerspiegeln, wird begründet.

Kosten für Asylsuchende steigen weiter an

Als «präziser budgetiert» bezeichnet der Gossauer Stadtrat die Aufwandseite. Der Bruttoaufwand liege um 311000 Franken unter dem Budget. Dennoch gibt es auch hier Aufwendungen, die die Stadt Gossau wenig bis gar nicht beeinflussen könne. Stark gestiegen sind die Kosten im Sozialbereich. Alleine der Aufwand für die Pflege, darunter die Beanspruchung der Spitex, stieg um 500000 Franken, wie Brühwiler sagt. Und auch die Kosten für die aktuell 180 in Gossau wohnhaften Asylsuchenden, haben es in sich: 330000 Franken fiel der Aufwand höher aus als budgetiert. Wie Brühwiler mutmasst, werden diese Beträge künftig weiter ansteigen.

Stadtwerke liefern an Stadthaushalt

Einen Ertragsüberschuss vermelden auch die Gossauer Stadtwerke: Die Rechnung 2016 schliesst mit einem Plus von knapp über vier Millionen Franken, was knapp drei Millionen über dem Voranschlag liegt. Das habe damit zu tun, dass Elektrizität für 550000 Franken und Erdgas für 640000 Franken günstiger eingekauft worden sind. Ausserdem wurde beim Personalaufwand 400000 Franken weniger tief in die Tasche gegriffen. Mehreinnahmen generierten sich hingegen aus der Sparte Elektrizität mit rund 400000 Franken, 65000 Franken beim Trinkwasser und 20000 Franken beim Erdgas. «Das gute Ergebnis beim Erdgas ist denn auch mit ein Grund dafür, dass der Stadtrat die Erdgaspreise rückwirkend auf Anfang 2017 gesenkt hat», heisst es im Communiqué.

Für den Stadtrat steht fest, dass er die Überschüsse für grosse Investitionen verwenden will. Dem Stadtparlament beantragt er daher, 1,8 Millionen für die anstehende Erneuerung des Kraftwerks Niederglatt zurückzulegen. Die restlichen knapp 2,3 Millionen Franken der Stadtwerke sollen, mit den üblichen Ablieferungen von 3,1 Millionen, in den städtischen Haushalt gelangen.

Somit beläuft sich der Ertragsüberschuss im Stadthaushalt auf 8,7 Millionen Franken. Wovon 2,1 Millionen in die Erweiterung der Schulanlage Büel gelangen und 5,2 Millionen in die Reserve für Sportanlagen fliessen sollen. Letzterer Posten beläuft sich aktuell auf über neun Millionen und würde danach eine Reserve von total 14,5 Millionen ausweisen. Über all diese Anträge stimmt das Stadtparlament an der Mai-Sitzung ab.