Feuerwehr probt den Ernstfall

GOLDACH. Die Feuerwehr Goldach und der Regionale Sanitätszug haben am vergangenen Freitag bei der Sulzgarage ihre Schlussübung absolviert. Die 50 Einsatzkräfte lösten die Aufgabe mit Bravour.

Ramona Riedener
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Rund 50 Goldacher Feuerwehrleute und Sanitäter in Vollmontur probten am Freitag an der Schlussübung für den Notfall. (Bild: Ramona Riedener)

Rund 50 Goldacher Feuerwehrleute und Sanitäter in Vollmontur probten am Freitag an der Schlussübung für den Notfall. (Bild: Ramona Riedener)

«Es gab einen Knall, dann einen Funken, und eine meiner beiden Kolleginnen stand in Flammen», berichtet Augenzeugin Lea Brunner. «Ich wollte den beiden zur Hilfe eilen, doch ich konnte den Weg nicht mehr sehen, der Rauch war so dicht, dass ich mit voller Wucht in eine Glastür geknallt bin.» Mit diesen Informationen startete die Schlussübung für die Feuerwehr Goldach und den Regionalen Sanitätszug am vergangenen Freitagabend. Die Einsatzkräfte überzeugten mit ihrer gut organisierten Leistung.

Sicherheitsmassnahmen vor

Als die rund 50 Einsatzkräfte der Feuerwehr Goldach und des Regionalen Sanitätszug beim fingierten Unglücksort eintrafen, hatte sich in der Werkstatt der Sulzgarage bereits tiefer Rauch entwickelt und im hinteren Teil das Feuer ausgebreitet. Nachdem sich Einsatzleiter Adrian Künzler einen kurzen Überblick über die Lage verschaffen hatte, wurde zur Sicherheit der Einsatzkräfte die Sulzstrasse für den Durchgangsverkehr gesperrt, bevor die Feuerwehrleute mit den Wasserschläuchen und Atemschutzmasken zum Einsatz kamen.

Bereits nach weniger als einer Stunden war das gesamte Feuer gelöscht und die drei verletzten Personen in der Garage und zwei Hausbewohnerinnen im Obergeschoss fachmännisch geborgen und dem Sanitätszug zur Betreuung übergeben. Die Sanitäter kümmerten sich im mobilen Zelt und die Verletzten.

Über die Schulter schauen

Für einmal waren es nicht sensationsgierige Schaulustige, die im Wege standen und den Einsatzkräften über die Schulter schauten, sondern ehemalige Feuerwehrkameraden und Delegierte der umliegenden Feuerwehren, die traditionell zur Schlussübung eingeladen werden. «Als ich noch in der Feuerwehr war, mussten wir die Verletzten noch irgendwo in einem Hauseingang selber betreuen», bemerkt ein Ehemaliger, als der Sanitätszug in Sekundenschnelle sein Zelt aufstellte. Auch beim anschliessenden Nachtessen im Restaurant Ochsen diskutierten die Aktiven und Ehemaligen über die moderne Technik, die der Feuerwehr heute zur Verfügung steht, und die gute alte Zeit, als der Löschwagen noch von Rössern gezogen wurde.

Mitten ins Feuer gehen

Die Feuerwehr Goldach besteht momentan aus rund 60 Aktiven. Die Nachwuchsfrage ist gemäss Feuerwehrkommandant Robert Fuchs noch nicht besorgniserregend, doch könnte auch sein Team seiner Meinung nach junge Leute gut gebrauchen. «Etwa ein Drittel hat das Dienstalter bereits überschritten. Dieses Jahr hatten wir 14 junge Feuerwehrleute, und auf nächstes Jahr haben sich vier Neue gemeldet.» Am besten klappe die Rekrutierung über Mund-zu-Mund-Werbung, ergänzt Robert Fuchs. Doch nicht nur der Nachwuchs gibt zu reden, sondern auch der geringe Frauenanteil in der Feuerwehr. Warum der Frauenanteil in der Feuerwehr immer noch sehr tief ist, kann sich der Kommandant nicht erklären. «In unserer Feuerwehr haben wir drei Frauen und 14 im Sanitätszug.» Die Frauen seien bei der Feuerwehr Goldach vollwertige Einsatzkräfte. «Sie machen die gleiche Arbeit und werden von den Männern voll akzeptiert.» Warum sich nicht mehr melden, wisse er nicht. Er mutmasst, dass «vielleicht die Feuerwehr immer noch im Ruf steht, eine Männerdomäne zu sein, und sich Frauen da nicht so wohl fühlen. Oder weil sie nicht direkt ins Feuer gehen wollen.»

Rund 50 Goldacher Feuerwehrleute und Sanitäter in Vollmontur probten am Freitag an der Schlussübung für den Notfall. (Bilder: Ramona Riedener)

Rund 50 Goldacher Feuerwehrleute und Sanitäter in Vollmontur probten am Freitag an der Schlussübung für den Notfall. (Bilder: Ramona Riedener)

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