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Feuerspektakel ohne Höhepunkt

Feuer, Farben und Klänge: «Le Silo» im Stadtpark bot ein multimediales Spektakel für Augen und Ohren. Leider fehlte der Show der grosse Knall.
Flammendes Silo: Die multimediale Kunstperformance «Le Silo» zog zahlreiche Zuschauer an.

Flammendes Silo: Die multimediale Kunstperformance «Le Silo» zog zahlreiche Zuschauer an.

Wie eine umgekehrte Rakete steht «Le Silo» vor dem Historischen und Völkerkundemuseum. Bereit, sich jeden Moment in den Vorplatz zu bohren. Ein rostiges Ungetüm, spärlich beleuchtet durch einen einsamen Scheinwerfer. Irgendwie hässlich, aber doch faszinierend. Wie die Motten zum Licht zieht es die Besucherinnen und Besucher der Museumsnacht zur Skulptur, bis der Aufgang zum Museum und der Rasen davor voll ist mit Menschen.

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Erwartungsvolles Raunen, als nach einiger Zeit weissgekittelte «Wissenschafter» beginnen, am Fuss des Silos auf Touchscreens herum zu tippen. Nebelschwaden und elektronische Klänge wabern über den Platz, das Ächzen und Stöhnen von Stahl erfüllt die laue Abendluft. Zum Rhythmus der Musik klettern bunte Ringe über das Silo. Ihre Bewegung verstärkt den Eindruck eines bevorstehenden Raketenstarts.

Und dann – «Wow!», rufen die Kinder – schiessen plötzlich Flammen seitwärts aus dem Kopf der stählernen Skulptur. Auch zehn Meter weit weg streicht die Hitze noch über das Gesicht. Die Musik wechselt ins Bedrohliche, ein Suchscheinwerfer tastet den Rasen ab, Zahlenreihen und Wörter werden auf das Silo projiziert, das immer wieder Feuer spuckt. Eine Mischung aus futuristischem «Matrix» und postapokalyptischem «Mad Max».

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Die Kombination aus ausrangierter Industriekultur und High-Tech ist zu Beginn recht unterhaltsam. Dem Spektakel fehlt auf die Dauer jedoch die Steigerung hin zu einem Höhepunkt. Die auditiven und visuellen Muster wiederholen sich, vergeblich wartet das Publikum während der zwanzigminütigen Show auf den grossen Knall. Der fulminante «Raketenstart» bleibt aus. Tobias Hänni

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