Feuerbrand kein Thema am See

REGION. In Vorarlberg wollte man wegen des Feuerbrandes Ende April Entwarnung geben. Wohl, weil in den vergangenen zwei Jahren praktisch keine Meldungen über befallene Pflanzen eingegangen sind.

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REGION. In Vorarlberg wollte man wegen des Feuerbrandes Ende April Entwarnung geben. Wohl, weil in den vergangenen zwei Jahren praktisch keine Meldungen über befallene Pflanzen eingegangen sind. Seit Ende Juni seien vielerorts Birn- und Apfelbäume massiv befallen, hiess es nun in Mitteilungen aus dem Nachbarland. «Betroffen sind vor allem Hochstammbäume, auch im St. Galler Rheintal», sagt Nina Thomas von der Fachstelle Pflanzenschutz am landwirtschaftlichen Zentrum, Salez.

Anfällige Saubirnen

Verantwortlich für die grössere Ausbreitung macht die Agrar-Ingenieurin das Wetter. In den vergangenen beiden Jahren war es in der Hauptinfektionszeit deutlich kühler und nasser. Weil der Feuerbrand wieder mehr auftritt, wurde der Einsatz des Antibiotikums Streptomycin bewilligt. Auch Kaliumaluminiumsulfat (LMA) kommt zum Einsatz. Eine grossflächige Ausbreitung bei Niederstamm-Kulturen habe man bisher nicht festgestellt. Die neusten Zahlen lägen aber noch nicht vor.

Dass das Vorarlberg stärker betroffen ist, führt sie auf die unterschiedlichen Strukturen zurück. «In Vorarlberg gibt es viel mehr Hochstammbäume, auch sogenannte Saubirnen, die sehr anfällig sind. Apfelbäume reagieren langsamer. Oft reicht es, befallene Zweige bei trockenem Wetter abzubrechen und fachgerecht zu entsorgen.»

«Situation unter Kontrolle»

In der Region vom Bodensee bis ins Fürstenland ist der Feuerbrand kein Thema. «Im Frühling hatten wir wenige Infektionsfälle. Hier wurden Massnahmen ergriffen und Sonderbewilligungen für den Einsatz von Streptomyzin oder eine alternative Bekämpfung erteilt», sagt Stefan Freund von der Fachstelle Obstbau des landwirtschaftlichen Zentrums St. Gallen. Sie seien positiv überrascht, dass nur das Rheintal betroffen sei. «Die Situation haben wir aber im Griff», sagt er. Der Krankheitsdruck sei nicht gross. Kein Vergleich zum Jahr 2007. «Das zeigt, dass es gut war, Pflanzen zu eliminieren, die leicht vom Feuerbrand befallen werden. Zudem hat ein Sortenumbau stattgefunden.» Er vergleiche die Ausbreitung des Feuerbrandes gerne mit einem Schulzimmer. «Wenn ein Kind hustet, ist das kein Problem. Anders sieht es aus, wenn zehn husten.» Etwas nimmt er vorweg: Ihm sei bisher nichts bekannt, dass dort, wo Streptomyzin eingesetzt wurde, der Honig Rückstände enthalte. «Die Kontrollen greifen also.» (kla/ast)