Feuer frei und Wasser marsch

Fernseher löschen oder mit dem Hubretter in die Höhe steigen: Am Nationalen Zukunftstag schauten gestern die Kinder von Kantonsangestellten der Berufsfeuerwehr St. Gallen über die Schultern. Erfreulicherweise waren fast nur Mädchen da.

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Feuerlöscher frei: Schülerinnen und Schüler lernten am Zukunftstag das richtige Verhalten bei Feuer und den Umgang mit Feuerlöschern. Hier wird ein brennender Grill simuliert. (Bilder: Urs Bucher)

Feuerlöscher frei: Schülerinnen und Schüler lernten am Zukunftstag das richtige Verhalten bei Feuer und den Umgang mit Feuerlöschern. Hier wird ein brennender Grill simuliert. (Bilder: Urs Bucher)

Was tun, wenn's brennt? Fenster öffnen oder besser schliessen, das Feuer selber löschen oder einfach nur fliehen? Solche Fragen (und Antworten) sind gestern am Zukunftstag bei der Berufsfeuerwehr St. Gallen zu hören. Rund 70 Kinder, die meisten von Kantonsangestellten und bis auf wenige Ausnahmen alles Mädchen, erhalten im Depot an der Notkerstrasse einen Einblick in den Berufsalltag der Löschmänner.

Mädchen, wo keine Frauen sind

«Wir wollten den Kindern möglichst geschlechtsuntypische Berufe anbieten», sagt Claudia Kleiner vom Personalamt des Kantons. Dass ausgerechnet Mädchen bei der Berufsfeuerwehr hinter die Kulissen blicken dürfen, ist bemerkenswert. Denn unter den 36 Feuerwehrleuten findet sich keine einzige Frau. Diese können nur bei der Milizfeuerwehr Einsätze leisten. Die Anpassungen, die die Berufsfeuerwehr für einen zweigeschlechtlichen Betrieb an ihrer Gebäudeinfrastruktur vornehmen müsste – etwa getrennte Schlafzimmer oder separate Duschen –, wären zu aufwendig. Sollte der Neubau des Feuerwehrdepots im Areal Steinachstrasse dereinst realisiert werden, stünde einer geschlechtlichen Durchmischung nichts im Weg. «Wir würden es begrüssen, wenn Frauen bei uns arbeiten würden», sagt Walter Bruderer, Kommandant der Berufsfeuerwehr.

Erinnerungen an die Kindheit

Bei einem Rundgang durch das Depot erfährt man, dass nur jeder achte Einsatz mit Feuer zu tun hat. Danach steht ein erster Höhepunkt an: der Ausflug über die Dächer der Stadt mit dem Hubretter. Aus 30 Metern Höhe sehen die Fahrzeuge aus wie Spielzeugautos, mit denen man als Kind imaginäre Brände gelöscht hat. Die Schülerinnen und Schüler kommen sogar in den Genuss eines Ernstfalls: Um 10 Uhr geht ein Alarm ein, vier Fahrzeuge verlassen innert kürzester Zeit die Halle.

Richtig heiss und flammig wird's aber erst in der Übungsanlage Hofen in Wittenbach. Ein Feuerwehrmann zeigt, was geschieht, wenn man brennendes Öl mit Wasser zu löschen versucht. Mit der Stichflamme, die aus der Pfanne in die Höhe schiesst, liesse sich problemlos eine Kuhhälfte grillieren.

Einmal Feuerwehrmann sein

Anschliessend dürfen die Schüler in die Rolle der Feuerwehrleute schlüpfen und selbst Brände löschen. Einmal lodern die Flammen aus dem Schlauch einer Gasflasche, dann steht der Fernseher in Flammen. Auch das richtige Verhalten im Ernstfall wird vermittelt, womit auch die Eingangsfrage beantwortet wird: Wenn's brennt, immer zuerst die Feuerwehr alarmieren.

David Gadze

Mit dem Hubretter geht's 30 Meter in die Höhe. (Bild: Urs Bucher (Urs Bucher))

Mit dem Hubretter geht's 30 Meter in die Höhe. (Bild: Urs Bucher (Urs Bucher))

Wenn Wasser brennt: Stichflamme aus brennendem Öl in einer Pfanne. (Bild: Urs Bucher (Urs Bucher))

Wenn Wasser brennt: Stichflamme aus brennendem Öl in einer Pfanne. (Bild: Urs Bucher (Urs Bucher))

Noch lodern die Flammen, bald werden sie vom Feuerlöscher erstickt. (Bild: Urs Bucher (Urs Bucher))

Noch lodern die Flammen, bald werden sie vom Feuerlöscher erstickt. (Bild: Urs Bucher (Urs Bucher))

Ein Feuerwehrmann erklärt den Schülerinnen die Schutzmasken. (Bild: Urs Bucher (Urs Bucher))

Ein Feuerwehrmann erklärt den Schülerinnen die Schutzmasken. (Bild: Urs Bucher (Urs Bucher))

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