Festzone, Festmeile, Festzentrum

Der Countdown läuft: Noch 120 Tage bis zum Eidgenössischen Musikfest in St. Gallen. Der Anlass vom kommenden Juni ist bereits detailliert geplant. So haben die beiden Paradestrecken Namen bekannter Komponisten erhalten.

Fredi Kurth
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OK-Präsident Hubert Schlegel: «Die Anwohner sollen das Fest nicht erleiden, sondern erleben.» (Bild: Urs Jaudas)

OK-Präsident Hubert Schlegel: «Die Anwohner sollen das Fest nicht erleiden, sondern erleben.» (Bild: Urs Jaudas)

An der organisatorischen Komposition des Musikfestes wird noch gefeilt, doch es ist bereits mehr als die Grundmelodie vorhanden. «Dirigent» Hubert Schlegel als OK-Präsident kennt die heiklen Stellen, aber auch die Passagen, die schon sitzen. «Es soll das Fest der kurzen Wege und der grossen Begeisterung werden», sagt der frühere Stadtrat.

523 Vereine, 22 500 Musizierende und 200 000 Besucher werden erwartet, und für Vergleiche wird das letzte Eidgenössische Musikfest vor fünf Jahren in Luzern herbeigezogen. Dort waren 522 Vereine, 22 500 Musizierende und geschätzte 200 000 Festgäste zugegen. Mehr als nur um eine winzige Zahl weicht das Budget ab: St. Gallen investiert 6,5 Millionen Franken, Luzern sah 6 Millionen vor.

Zu Fuss auf engem Raum

Dennoch gibt es auch eine Unbekannte: Es ist das erste Mal, dass an den Wochenenden vom 17. bis 19. und 24. bis 26. Juni ein Eidgenössisches Musikfest auf derart engem Raum stattfindet. In Luzern wurden die Besucher bis nach Hergiswil und Kriens hinaus zu den Konzertsälen gefahren. In St. Gallen liegen die 13 Wettspiellokale zwischen Olma und der Aula des kaufmännisches Bildungszentrums (siehe Grafik). Die Idee ist, dass alle Schauplätze zu Fuss zu erreichen sind. Könnte es da nicht an manchen Stellen gar eng werden? «Das ist gerade die Absicht», sagt Urs Weishaupt vom OK, «just die enge Tuchfühlung schafft die Feststimmung, so wie jeweils an der Olma.»

Musikbands auf «Laufstegen»

Musik liegt kommenden Juni förmlich in der Luft, denn die Gruppen lassen sich auch im Freien, auf der Rorschacherstrasse und auf der Museumstrasse bewerten. Vor der Publikums- und der Jury-Tribüne paradieren sie auf einer Strecke von 135 Metern von West nach Ost. Die «Laufstege», wie diese Abschnitte heissen, sind nach zwei bekannten St. Galler Komponisten benannt: Hans Heusser und Paul Huber.

Festmeile von Olma bis Brühl

Das Festgelände ist eingeteilt in die drei Festzonen Altstadt, Spelterini und Olma, verbunden durch die Festmeile. Diese führt auch der Sonnenstrasse entlang, wo die Gastronomie in Pagodenzelten untergebracht ist und sich die Ostschweiz präsentiert. Auf dem Spelteriniplatz befindet sich ein Zirkuszelt mit Bühne und Gastronomie. Und an der Scheffelstrasse und am Unteren Brühl sind Stände aufgestellt.

Das Rahmenprogramm umfasst als Highlights Auftritte des Schweizer Armeespiels und der diversen Swiss Army Bands mit bekannten Gästen. Auch in den Gassen wird Musik gespielt auf Festbühnen in der Marktgasse, beim Waaghaus, auf dem Grüningerplatz und in der Spisergasse. Die Stilrichtungen reichen von Jazz über Volksmusik bis zu Pop.

60 Prozent auswärtige Gäste

Als Festzentrum gilt das Olma-Areal, wo die Musikgesellschaften an- und abreisen, die Rangverkündigung erfolgt, Gala-Konzerte stattfinden und die Moststube und die Bars der Halle 7 die Besucher bei Laune halten.

Die Organisatoren erwarten 40 Prozent der Besucher aus Stadt und Region, 60 Prozent von auswärts. Die Mehrheit dürfte das öV-Angebot benützen. Auf dem Breitfeld werden dennoch 2000 Parkplätze zur Verfügung stehen.

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