Fernwärmezentrale ist am Ziel

Die letzte Hürde für den Bau der Fernwärmezentrale ist genommen: Das Bundesgericht hat die Grösse des Gebäudes als zulässig beurteilt und eine Beschwerde gegen die Baubewilligung abgewiesen. Damit endet ein jahrelanger Rechtsstreit.

David Gadze
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Die Bauarbeiten für die Fernwärmezentrale auf dem Areal des alten Werkhofs in der Waldau haben im Januar begonnen. Sie dauern bis Ende Jahr. (Bild: Urs Bucher)

Die Bauarbeiten für die Fernwärmezentrale auf dem Areal des alten Werkhofs in der Waldau haben im Januar begonnen. Sie dauern bis Ende Jahr. (Bild: Urs Bucher)

Die Fernwärmezentrale in der Waldau kann wie geplant gebaut werden. Das Bundesgericht hat eine Beschwerde gegen die Baubewilligung abgewiesen. Das teilten die St. Galler Stadtwerke gestern mit. Sie haben mit dem Bau des Kellergeschosses bereits im Januar begonnen, da das Bundesgericht der Beschwerde keine aufschiebende Wirkung erteilt hatte.

Verspätung von drei Jahren

«Sehr erleichtert» vom Entscheid des Bundesgerichts zeigt sich Ivo Schillig, Unternehmensleiter der St. Galler Stadtwerke. Damit sei gesichert, dass die Fernwärmezentrale Ende Jahr den Betrieb aufnehmen könne. Hätte das Bundesgericht anders entschieden, hätten die Stadtwerke das Projekt anpassen müssen. Man könne jetzt nur mutmassen, welche Teile des Projekts davon betroffen gewesen wären. «In jedem Fall wären wir aber bis Ende Jahr wohl nicht mit dem Bau fertig geworden.»

Die Folgen: Entweder hätte das bisherige Provisorium beim Kehrichtheizkraftwerk (KHK), das bereits zu Mehrkosten zwischen 500 000 Franken und einer Million geführt hat, weiterbetrieben werden müssen. Oder – falls das Fernwärmenetz in diesem Jahr wie geplant ausgebaut wird – es hätte sogar ein weiteres Provisorium gebraucht.

Die Fernwärmezentrale hätte im Dezember 2013 den Betrieb aufnehmen sollen. Sie wird benötigt, um den Fernwärmebedarf in Spitzenzeiten zu decken. Das KHK allein reicht dafür nicht aus. Die Spitzenleistung deckt die Fernwärmezentrale durch das Verbrennen von Heizöl.

Abweichungen zulässig

Die Beschwerde richtete sich gegen die Dimensionen des 49 Meter langen, 19 Meter breiten und 12 Meter hohen Gebäudes sowie gegen die Höhe der Kamine. Das Bundesgericht stützte den Entscheid der Vorinstanz: Entscheidend ins Gewicht falle, dass die Ausmasse der Fernwärmezentrale, die von der maximal zulässigen Grösse abweichen, im wesentlichen technisch bedingt seien, schreibt es in seinem Urteil. Das Gebäude vertrage sich mit der bestehenden Bausubstanz und der Umgebung. Das gelte auch für die beiden Kaminanlagen. «Gegenteiliges wird von der Beschwerdeführerin mit ihrer allgemein gehaltenen Kritik nicht substanziiert aufgezeigt.»

Auch die Schlussfolgerungen der Vorinstanz, die privaten Interessen der Beschwerdeführerin – sie hatte auch den Schattenwurf moniert – würden durch die Grösse des Gebäudes nicht erheblich tangiert und vermöchten das öffentliche Interesse an der Realisierung nicht aufzuwiegen, seien ohne weiteres haltbar.

So wird die Fernwärmezentrale nach der Fertigstellung aussehen. (Bild: Visualisierung: pd/St. Galler Stadtwerke)

So wird die Fernwärmezentrale nach der Fertigstellung aussehen. (Bild: Visualisierung: pd/St. Galler Stadtwerke)