Fernwärme aus Abfall: Ökologisch sinnvoll

«Von der Fernwärme abgehängt», Ausgabe vom 9. November

Kurt Schönenberger
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Dieter Fröhlich, ehemaliger Präsident des FC St. Gallen und gescheiterter FDP-Kantonsratskandidat, wettert über das «Unrecht», dass die städtischen Hügelgebiete nicht vom Fernwärmenetz erfasst werden. Er findet es ungerecht, dass «ausgerechnet die Einwohner der Talsohle» (also die da unten, die seiner Meinung nach wohl nur kosten, nichts konsumieren und kaum Steuern bezahlen) gegenüber den finanzstarken Hügelbewohnern ungehörig bevorteilt werden. Die Bürobauten und Gewerbebetriebe, die auch Anschluss an die Fernwärme finden werden, hat er tunlichst vergessen. Auch ich – als Talsohlenbewohner – musste meine Heizung 2014 erneuern und konnte nicht die erwartete (Geothermie-)Fernwärme nutzen. Dies hindert mich nicht daran, für den Ausbau des städtischen Fernwärmenetzes einzustehen. Im Gegensatz zu Dieter Fröhlich sehe ich den ökologischen Nutzen, den ich im Rahmen meiner Opportunitätsüberlegungen weit höher einschätze als mein persönliches Nichtprofitieren. Es schadet nicht, wenn Energie effizienter genutzt wird und weniger Schadstoffe die Stadt belasten. So sehen es – davon bin ich überzeugt – viele Einwohner in Rotmonten und am Rosenberg (warme Abgase steigen bekanntlich auch bergwärts). So sehen es sicher auch die von öffentlichen Aufträgen profitierenden Gewerbetreibenden.

Kurt Schönenberger

Heiligkreuzstrasse 15a, 9000 St. Gallen

Die Schweiz importiert pro Jahr Energie im Wert von rund zehn Milliarden Franken. Nutzen wir doch die vorhandene Energie vor Ort! Das Kehrichtheizkraftwerk leistet einen wertvollen Beitrag für uns und unsere Umwelt, indem nicht wiederverwertbare Abfälle fachgerecht und umweltschonend vernichtet werden. Mit der vorhandenen Abwärme können Tausende Wohnungen unserer Stadt mit Wärme und Warmwasser versorgt werden. Die sorgfältige Entsorgung von Abfällen und die Versorgung der Bevölkerung mit Energie erfolgen aus einer Hand. Dieses Konzept ist überzeugend. Das Investitionsvolumen von 65,5 Millionen Franken für den Ausbau des städtischen Fernwärmesystems verbleibt zu einem grossen Teil in der Region. Es werden Aufträge an Planungs-, Bau-, Rohrleitungs- und Installationsunternehmen in St. Gallen vergeben. Diese Arbeitsplätze liegen mir am Herzen. Daher stimme ich Ja zum Ausbau des städtischen Fernwärmenetzes.

Karin Winter-Dubs

Stadtparlamentarierin SVP

Hirtenweg 23, 9010 St. Gallen