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FERNVERKEHR: Platz für noch mehr Busse

Falls ab Dezember wie erwartet nationale Fernbusse ab St. Gallen verkehren, sollen auch diese an der Lagerstrasse halten – obwohl dort die Situation bereits chaotisch ist.
David Gadze
Flixbus bietet ab St. Gallen mit nur einem Umstieg über 150 Destinationen an. Bald könnten innerschweizerische dazukommen. (Bild: Ralph Ribi)

Flixbus bietet ab St. Gallen mit nur einem Umstieg über 150 Destinationen an. Bald könnten innerschweizerische dazukommen. (Bild: Ralph Ribi)

David Gadze

david.gadze@tagblatt.ch

Innerhalb der Schweiz kann man voraussichtlich schon bald auch längere Strecken mit dem Bus zurücklegen. Der Bundesrat will künftig nationale Fernbuslinien erlauben. Bereits ab dem Fahrplanwechsel im Dezember plant das Zürcher Busunternehmen Domo Reisen, drei Strecken in Betrieb zu nehmen, darunter St. Gallen–Genf («Tagblatt» vom Freitag). Ausländische Unternehmen, die auch hierzulande operieren, dürfen jedoch auch weiterhin keine innerschwei­zerischen Busverbindungen an­bieten. So müsste etwa der deutsche Marktführer Flixbus, der ab St. Gallen und mehreren anderen Schweizer Städten verschiedene ausländische Destinationen anfährt, eine Schweizer Tochtergesellschaft gründen. Über diese könnte er in Zusammenarbeit mit hiesigen Betrieben ein inländisches Netz aufbauen. Konkrete Pläne dafür gibt es nicht. Noch nicht: «Die Schweiz ist für uns ein wichtiger Markt, das heisst wir prüfen derzeit, ob hier ein Inlandnetz für uns in Frage kommt», teilt die Medienstelle von Flixbus auf Anfrage mit.

Fahrplanmässige Halte sind nicht das Problem

Die Situation an der Lagerstrasse hinter dem St. Galler Hauptbahnhof, wo die Reisecars und Fernbusse halten, ist aber schon ohne nationale Linien teilweise recht chaotisch. Regelmässig kommen sich Autos, Taxis, Busse, Fussgänger und Velofahrer in die Quere. Eine Verschärfung der Situation sei durch die zusätzlichen Verbindungen jedoch nicht zu erwarten, sagt Christian Hasler, Leiter Verkehr beim städtischen Tiefbauamt. «Einen grossen Einfluss auf das Busaufkommen werden die Fahrzeuge von Domo Reisen nicht haben.» Den Grossteil machten heute nämlich Ausflugs­cars aus. Das Problem: Sie brauchen – im Gegensatz zu den konzessionierten Bussen – keine Bewilligung, um an der Lagerstrasse (oder andernorts) zu halten, und sie müssen sich nicht an einen fixen Fahrplan halten. «Für uns ist deshalb nur bedingt planbar, wann wie viele Busse an der Lagerstrasse stehen», sagt Hasler. Die Stadt könne nicht viel mehr tun, als die Fahrpläne der konzessionierten Linien aufeinander abzustimmen.

Um die Situation nicht ausufern zu lassen, beantragt sie via Kanton beim Bundesamt für Verkehr, das die Konzessionen ausstellt, für jeden fahrplanmässigen Halt ausserdem eine maximale Standzeit von fünf Minuten. Domo Reisen habe im ersten Konzessionsgesuch 40 Minuten beantragt, um den Zeitausgleich in St. Gallen machen zu können. Dies habe die Stadt abgelehnt, ebenso einen längeren Halt an der Museumstrasse, sagt Hasler. «Wenn Busunternehmen in St. Gallen den Zeitausgleich machen wollen, müssen sie dafür ein privates Grundstück suchen.»

Die Entwicklung weiter beobachten

Im Zuge der Entwicklung des Areals Hauptbahnhof Nord sollen die Reisecars und Fernbusse langfristig an einen neuen Halteort verlegt werden. Bis dieser gefunden ist, wollen die Verantwortlichen gemäss Hasler die Situation vor Ort beobachten, auch falls Flixbus dereinst zusätzliche Verbindungen von St. Gallen ins In- oder Ausland anbieten sollte. Bei inländischen Fernbusangeboten handle sich um einen neuen Markt, dessen Entwicklung sich derzeit kaum abschätzen lasse.

Da Ende 2018 die Haltestelle Bahnhof Nord von der Rosenbergstrasse an die Lagerstrasse verlegt werden soll, gibt es dennoch schon kurzfristig Handlungsbedarf. Unter Zeitdruck stehe die Stadt aber nicht, sagt Hasler. Eine Option sei dabei auch, die Taxistandplätze zu verlegen.

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