Fernöstliche Klänge

GOSSAU. Am Samstag lud das Jodelchörli Alpsteinblick Abtwil zum Unterhaltungsabend. Auf die Besucher warteten nicht nur heimische Klänge – auch Musiker aus der Mongolei waren zu Gast. Die zahlreichen Zuschauer waren vom Mix begeistert.

Manuela Bruhin
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Mongolischer Musiker beim Unterhaltungsabend des Jodelchörlis Alpsteinblick Abtwil im Fürstenlandsaal Gossau. (Bild: Hanspeter Schiess)

Mongolischer Musiker beim Unterhaltungsabend des Jodelchörlis Alpsteinblick Abtwil im Fürstenlandsaal Gossau. (Bild: Hanspeter Schiess)

Wer wagt, gewinnt – dies trifft offenbar auch auf das Jodelchörli Alpsteinblick Abtwil zu. Das Motto «echli mongolisch bim Jodelchörli Alpsteinblick» des Unterhaltungsabends vergangenen Samstag war wohl eher ungewöhnlich. Traditionelle schweizerische Lieder wurden mit fernöstlichen Klängen gemischt. Und genau diese Kombination kam beim Publikum im vollbesetzten Fürstenlandsaal an. Die abwechslungsreichen Musikstücke wurden mit grossem Applaus und Zurufen verdankt. Neben dem Fürstenlandsaal konnten sich die Besucher näher über die Mongolei informieren. In einer speziellen Jurte, einem mongolischen Zelt, wurde mit Bildern die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen der Schweiz und der Mongolei aufgezeigt. Die Ausstellung «Aaruul und Justistaler» der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit Deza findet noch bis zum 23. April statt.

Schwierige Sprache

Der diesjährige Unterhaltungsabend des Jodelchörlis Alpsteinblick Abtwil war bunt gemischt. Von traditionellen Jodelliedern und Zäuerli bis hin zu mitreissenden Stücken der mongolischen Gruppe Domog war alles mit dabei. Als Gastformation wirkten die Säntis Jodler sowie die Kapelle Quöllfrisch. Ein weiteres Highlight des Abends war der Auftritt von Domog. Mit den speziellen Klängen auf der Pferdekopfgeige und dem Kehlkopfgesang rissen sie das Publikum gleich zu Beginn mit. Mit ihren langen Gewändern waren die Musiker zudem ein gelungenes Gegenstück zur heimischen Tracht der Jodler. Die Mongolen wagten sich schliesslich gar an ein schweizerisches Lied heran – und das Jodelchörli Alpsteinblick gab wiederum ein mongolisches Stück zum Besten. Eine weitere Herausforderung, wie Stefan Freund vom Jodelchörli Alpsteinblick Abtwil verriet: «Die mongolische Sprache ist sehr speziell und schwierig zu erlernen.» Anders liege der Fall bei der Musik. Viele Akkorde und Melodien seien den unsrigen ähnlich. «Dies hat auch unsere Chormitglieder während der Reise im vergangenen Sommer erstaunt», so Freund weiter.

Die Idee, Fernöstliche Klänge in die eigene Musik einfliessen zu lassen, ging auf Christian Manser, musikalischer Leiter des Jodelchörlis Alpsteinblick Abtwil, zurück. Seit vielen Jahren hat es ihm die Mongolei angetan. Bald war schliesslich die Idee geboren, eine Chorreise ins ferne Land zu wagen. Die vielen Eindrücke, Fotos und Videos wurden schliesslich ebenfalls am Unterhaltungsabend gezeigt. Die Mitglieder genossen im vergangenen Sommer sichtlich die Weite des Landes und liessen sich auf die dortige Kultur ein.

Einige Herausforderungen

Damit die mongolische Gruppe überhaupt hier in der Schweiz auftreten konnte, bedurfte es einige Herausforderungen zu meistern. Zuerst wartete man lange auf ein entsprechendes Visum. Dann, einige Tage vor dem Auftritt im Fürstenlandsaal Gossau, kam das Gepäck mit den Instrumenten nicht am hiesigen Flughafen an. Schliesslich wendete sich aber doch noch alles zum Guten. Und dass sich die Mühen und Anstrengungen des Jodelchörlis Alpsteinblick Abtwil sowie der mongolischen Musikgruppe Domog gelohnt haben, zeigte das Publikum im vollbesetzten Fürstenlandsaal vergangenen Samstag mehr als deutlich.