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FERIEN: Liebe Grüsse per Smartphone

Jeden Herbst verbringen Goldachs Musikschüler eine Lagerwoche in Ladir. Guido Schwalt fährt seit 35 Jahren mit. Der Schulleiter über Veränderungen im Lagerleben, Disziplin und eine Premiere.
Das Orchester probt noch bis Freitag in Ladir. (Bild: zVg)

Das Orchester probt noch bis Freitag in Ladir. (Bild: zVg)

Als das Telefon klingelt, muss Guido Schwalt das Zimmer wechseln. Zu laut ist die Musik im Hintergrund. «Eigentlich hätten die Schüler jetzt Pause», sagt Schwalt und schmunzelt. Sie üben trotzdem – freiwillig. Ihr Ziel, das Abschlusskonzert am Freitagabend, stets vor Augen. 40 Goldacher Musikschülerinnen und Musikschüler weilen diese Woche im Musiklager in Graubünden. Unter der Leitung von Guido Schwalt studieren sie ein Konzertprogramm ein. Eine Tradition: Seit 35 Jahren findet das Lager jeden Herbst statt.

Vieles hat sich verändert seit Herbst 1983. Um Notenblätter zu kopieren, mussten Schwalt und seine Lehrerkollegen früher ins Schulhaus im Tal. Heute hat das gemeindeeigene Lagerhaus Gonda einen Kopierer. Auch WLAN fehlt auf 1450 Metern über Meer nicht. «Hier oben merkt man, wie sich die Welt verändert.» Verändert haben sich auch die Vorlieben der Schüler. Blasinstrumente waren lange Zeit der Renner. Heuer ist noch ein Saxofon dabei. Für Schwalt und sein Team – Geigenlehrerin Philomena Aepli und Gitarrenlehrer Dominik Müller – eine Herausforderung. Sie schreiben alle Arrangements im Vorfeld passgenau auf die Zusammensetzung des Orchesters. Dieses Jahr ist diese besonders: Zum ersten Mal in der Geschichte des Lagers sind drei Schwyzerörgeli-Schüler dabei. «Sie kommen bei einem urchigen Stück gross raus», sagt Guido Schwalt. Der Rest des Konzertprogramms orientiert sich an den aktuellen Charts, ergänzt durch Klassiker. Die Sängerinnen und Sänger wurden im «Lager-Casting» ausgesucht.

Das Handy muss niemand abgeben

Das Orchester ist hochmotiviert, probt jeden Tag mehrere Stunden. Dabei kommt die Freizeit nicht zu kurz. Der Discoabend zieht aber nicht mehr. «Früher klebten die Schüler aneinander, heute will niemand mehr tanzen», sagt Guido Schwalt und lacht. Anno 2017 «chillen» die Jugendlichen lieber, spielen Karten, oder schauen auf dem Beamer gemeinsam einen Film. Postkarten – vor 35 Jahren wurden pro Lager 250 Stück verschickt – schreibt kaum jemand. Liebe Grüsse nach Hause werden per Smartphone verschickt. Dieses muss übrigens niemand abgeben. «Wir geben den Schülern viel Freiraum. Das funktioniert, weil sie so diszipliniert sind», sagt Schwalt. Auch wenn sich vieles verändert hat seit Herbst 1983, ist eins geblieben: die Freude am gemeinsamen Musizieren.

Linda Müntener

linda.muentener@tagblatt.ch

Abschlusskonzert: Fr., 20. Okt, 20 Uhr, Aula Goldach

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