Feinfühliger, seelsorglicher Priester

Als evangelische Kirchenvorsteherin durfte ich Josef Osterwalder von 1975 bis 1981 in der neuen provisorischen, ökumenischen Kirche Halden kennenlernen. Mit grossen, vorsichtigen Schritten wuchs damals unsere ökumenische Zusammenarbeit.

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Als evangelische Kirchenvorsteherin durfte ich Josef Osterwalder von 1975 bis 1981 in der neuen provisorischen, ökumenischen Kirche Halden kennenlernen. Mit grossen, vorsichtigen Schritten wuchs damals unsere ökumenische Zusammenarbeit. Pfarrer Josef Osterwalder war für mich ein evangelischer Priester. Er brachte sich selber ein, als Diener am Wort und den Mitmenschen. Für mich als evangelische, konservative, protestantische Kirchenvorsteherin war Josef Osterwalder einmalig, aussergewöhnlich, seiner Zeit voraus. Ich verneige mich vor ihm für alles, was er an Brückenbau für unsere ökumenische Kirche getan hat. Und ich behalte ihn mit grosser Hochachtung in Erinnerung. Seine brüske Absetzung als Priester löste damals auf unserer evangelischen Seite einen Schock aus. Es war für uns einfach nicht fassbar. Unser Kirchenpräsident Albert Weigelt setzte sich ein und fand dann, so unpersönlich lassen wir Josef Osterwalder nicht ziehen. Er hat für die gemeinsame Arbeit in der Kirche Halden sehr viel getan. Albert Weigelt lud zusammen mit der Kirchkreiskommission Halden Josef Osterwalder zu einem Abschiedsessen ein. Ich freute mich damals sehr für Josef Osterwalder, dass er beim St. Galler Tagblatt als Journalist und Redaktor tätig sein konnte. Mit Josef Osterwalder haben wir alle einen feinfühligen, seelsorgerlichen Priester verloren. Ihm aber gönnen wir, dass er in Gottes Geborgenheit ruhen darf.

Anny Lutz

Ehemalige evangelische Kirchenvorsteherin Ökumenischer Kirchkreis Halden/St. Gallen-Tablat

Sturzbüchelstr. 4, 9300 Wittenbach

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