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Reto Voneschen
Gerade erst abgeschafft, auf Geheiss des Kantons wieder eingeführt: halbe Noten im Zeugnis. (Bild: Urs Bucher)

Gerade erst abgeschafft, auf Geheiss des Kantons wieder eingeführt: halbe Noten im Zeugnis. (Bild: Urs Bucher)

Die Stadtsanktgaller Schulverwaltung kommuniziert breit, dass sie die halben Noten wieder einführt. Die Eltern aller Schulkinder werden in einem Brief, die Medien mit einer Mitteilung orientiert. Und das ist grundsätzlich löblich. Allerdings: Ganz so einfach, wie es die Schulverwaltung darstellt, ist die Sachlage in diesem Fall nicht. Wie könnte sie es auch sein, wenn nur zwei Schuljahre nach dem Start der Abschaffung der halben Noten zu diesen zurückgekehrt wird.

In diesem Fall wird jetzt nicht, wie von der Schulverwaltung suggeriert, einfach wie üblich ein Beschluss des Kantonsrates nachvollzogen. Es wird vielmehr voreiliges Handeln korrigiert, das seinerzeit aus der städtischen Lehrerschaft wie aus der Politik kritisch beurteilt worden war. Dies, weil zum Zeitpunkt der Abschaffung der halben Noten in der Stadt in der Luft lag, dass der Kantonsrat in dieser Frage einen Rückzieher machen könnte. Viel politisches Gespür brauchte es für die Prognose nicht; man musste dafür einfach die Gemütslage der rechtsbürgerlichen Mehrheit im Kantonsrat kennen.

Die frühe Abschaffung der halben Noten gegen warnende Stimmen war ein Fehler. Sie hat unnötig Unruhe in eine Schule und einen Lehrkörper getragen, in dem es sowieso brodelte. Das ist im Nachhinein klar. Aber überall, wo gearbeitet wird, kann es Fehler geben. Das ist auch nicht tragisch, solange man bereit ist, aus ihnen zu lernen. Und da punktet die Schulverwaltung im Fall der halben Noten – leider – überhaupt nicht. Wenn der Schuldirektor im Elternbrief so tut, als ob da nur ein neuer Beschluss des Kantons umgesetzt würde, und ausblendet, dass man einen eigenen Entscheid rückgängig macht, schönt er die Realität gewaltig. Man kann mit Fehlschlägen auch anders umgehen. Das haben beispielsweise Stadträtin Elisabeth Beéry oder Stadtrat Fredy Brunner in ihrer Amtszeit mehrfach gezeigt.

Reto Voneschen

reto.voneschen@tagblatt.ch

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