FDP will Quartiertiefgaragen

ST.GALLEN. Um die lokalen Verkehrs- und Parkplatzprobleme zu lösen, fordert die FDP der Stadt St. Gallen eine «ganzheitliche Verkehrspolitik». Neben einem neuen Parkhaus in der Innenstadt schlägt sie auch den Bau von «Quartiertiefgaragen» vor.

David Gadze
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Einfallsachsen wie die Teufener Strasse will die FDP entlasten und den Verkehr entflechten. (Archivbild: Benjamin Manser)

Einfallsachsen wie die Teufener Strasse will die FDP entlasten und den Verkehr entflechten. (Archivbild: Benjamin Manser)

Die städtische FDP nimmt sich der Verkehrsprobleme der Gallusstadt an. Gestern stellten Präsident Andreas Dudli und Fraktionspräsident Roger Dornier vor den Medien die Vorschläge der Partei vor, mit denen die anstehenden Herausforderungen in der Verkehrspolitik bewältigt werden sollen. Nach dem Scheitern des Parkplatzkonsenses gelte es, einen ganzheitlichen Ansatz zu verfolgen und die Probleme in der Innenstadt nicht isoliert zu betrachten. Der «gordische Knoten» müsse gelöst werden, sagte Dudli.

Neues Parkhaus gefordert

Die Verkehrspolitik in der Stadt St. Gallen sei an einem Wendepunkt. Die Kampagne der Linken im Windschatten der Mobilitätsstudie löse aber kein einziges Problem. Die FDP betonte, sie sei «absolut dafür», die Parkplätze am Marktplatz aufzuheben. Diese müssten jedoch adäquat und zentrumsnah ersetzt werden. Dabei favorisiert die Partei nach wie vor eine neue Parkgarage am Schibenertor. Gerade die Innenstadt sei auf eine gute Erreichbarkeit mit allen Verkehrsmitteln angewiesen. «Ohnehin stimmt es nicht, dass Tiefgaragen zusätzlichen Verkehr generieren. Sie saugen ihn vielmehr ab, da der Suchverkehr ausbleibt», sagte Dornier.

Mit einem neuen Parkhaus in der Innenstadt ist es für die FDP jedoch noch nicht getan. Sie schlägt vor, auch den Bau von «Quartiertiefgaragen» zu prüfen. «So kommen wir der Vision <Strassen zum Leben> ein gutes Stück näher», sagte Dudli. Quartierstrassen könnten so vom Verkehr entlastet und von Parkplätzen befreit werden. Zudem können dadurch die Bedürfnisse nach Parkiermöglichkeiten und einer «möglichst hohen Aufenthaltsqualität» erfüllt werden. Die Aufwertung des öffentlichen Raumes solle vor allem dort vorangetrieben werden, wo sie am konfliktärmsten durchgeführt werden könne. Das sei abseits der Hauptverkehrsachsen. «Mobilität gehört heute zur Lebensqualität des urbanen Wohnens», sagte Dudli. Deswegen müssten Wohn- und Gewerbezonen in der ganzen Stadt gut erschlossen sein.

Neben- statt gegeneinander

Dabei spiele auch das Reglement für eine nachhaltige Verkehrsentwicklung, welches das Stimmvolk vor drei Jahren angenommen hat, eine wichtige Rolle. Dieses dürfe jedoch nicht einseitig interpretiert werden. Es stehe nirgends geschrieben, dass das künftige Verkehrswachstum ausschliesslich mit zusätzlichen Angeboten für den öffentlichen und Langsamverkehr bewältigt werden müsse. Diese Massnahmen gelte es zwar stärker zu berücksichtigen, deswegen sei es auch richtig, dass die Stadt in den öffentlichen Verkehr investiere. Einschränkungen für den Individualverkehr könnten aus dem Reglement aber nicht abgeleitet werden. «Es braucht eine ganzheitliche Betrachtung, in der die Verkehrsträger nicht gegeneinander ausgespielt werden dürfen, sondern nebeneinander funktionieren und sich ergänzen müssen», sagte Dudli. Um die Effizienz des öffentlichen Verkehrs zu steigern, sei die Ausgliederung der städtischen Verkehrsbetriebe zentral.

Für ein möglichst flüssiges Vorankommen in der Stadt brauche es eine Entflechtung der Wege für die Verkehrsteilnehmer. «Dazu gehören auch die Eigentrassierung für den öV und Korridore für den Langsamverkehr», sagte Dudli. Die FDP erwartet deshalb vom Stadtrat ein Mobilitätskonzept, das dieser komplexen Ausgangslage Rechnung trage.

Einfallsachsen als Problem

Der Verkehr in der Stadt sei nicht primär hausgemacht. «Er wird auch durch die Einfallsachsen aus Wittenbach und Teufen beeinträchtigt», sagte Andreas Dudli weiter. Ein grosser Teil der Fahrzeuge, die täglich durch die Stadt rollen, sei auf dem Weg zur oder von der Autobahn. Es gelte deshalb, die Zufahrten zu überprüfen und allenfalls an andere Orte zu verlagern.

Auch bei der Stadtautobahn sei der Handlungsbedarf unbestritten, sagte Roger Dornier. Die Teilspange sei zwar eine gute Lösung. Die geplante Ausfahrt beim Güterbahnhof sei aber wohl «am falschen Ort». Eine Verlagerung ins Riethüsli müsste zumindest geprüft werden.

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