FDP will auf Erfolgswelle weiterreiten

Die FDP-Regionalpartei St. Gallen-Gossau hat am Montagabend im Hofkeller im Regierungsgebäude 20 Männer und 9 Frauen für die Kantonsratswahlen vom 28. Februar 2016 nominiert. Die Freisinnigen im Wahlkreis St. Gallen wollen einen 2012 verlorenen Sitz zurückerobern.

Daniel Wirth
Drucken
Teilen
Platz 2 auf der FDP-Liste: Arno Noger. Wie der Präsident der Ortsbürgergemeinde St. Gallen wurden alle Kandidierenden kurz vorgestellt. (Bild: Daniel Wirth)

Platz 2 auf der FDP-Liste: Arno Noger. Wie der Präsident der Ortsbürgergemeinde St. Gallen wurden alle Kandidierenden kurz vorgestellt. (Bild: Daniel Wirth)

Bei den eidgenössischen Wahlen vom 18. Oktober hat die FDP im Kanton St. Gallen einen zweiten Nationalratssitz zurückerobern können. Und zum ersten Mal seit 1973 hat die FDP Schweiz bei Nationalratswahlen wieder zulegen können. «Das habe ich noch nie erlebt, seit ich auf der Welt bin», sagte der 1978 geborene Rechtsanwalt Michael Kummer, Präsident der FDP-Regionalpartei St. Gallen-Gossau, in seiner Begrüssung der «rekordverdächtig» vielen Mitglieder, die der Einladung zur Nominationsversammlung gefolgt waren. Die Stimmung unter den Freisinnigen im Hofkeller war aufgeräumt. Kummer konnte den Mitgliedern eine volle Liste präsentieren, eine Liste, die seit April dieses Jahres voll ist, wie er sagte. Der Wahlstab habe sogar Interessierten absagen müssen, sagte der Parteipräsident am Rande der Nominationsversammlung. Ein Luxusproblem, wenn man die FDP mit der CVP vergleicht, die noch nachnominieren muss.

Die Listengestaltung diskutiert

Bei der FDP-Regionalpartei liegt die Kompetenz der Listengestaltung bei der Parteileitung. Sie schlug der Versammlung folgendes vor: Am Kopf der Liste die fünf Bisherigen nach den Resultaten von 2012, gefolgt von 13 Frauen und Männern, die bereits einmal kandidierten, nach den Resultaten von 2012, am Schluss elf Kandidierende, die zum erstenmal antreten, nach Los. Peter Schorer stellte den Antrag, zuerst die Namen der Bisherigen nach dem Alphabet und dann die Namen aller Neuen in alphabetischer Reihenfolge auf die Liste zu setzen. Das sei für die Wählerschaft nachvollziehbar und weniger verwirrlich. Der Antrag Schorers wurde jedoch mit 39 zu 29 Stimmen deutlich abgelehnt.

Sitz zurückerobern

Die FDP hat im 120köpfigen St. Galler Kantonsrat 22 Sitze. Fünf davon sind von Männern aus dem Wahlkreis St. Gallen besetzt: Thomas Scheitlin, Arno Noger, Walter Locher (alle St. Gallen), Reinhard Rüesch (Wittenbach) und Thomas Ammann (Waldkirch). Sie treten alle nochmals an. Auffallend ist an der FDP-Liste, dass neben Stadtpräsident Thomas Scheitlin sieben von zehn Freisinnigen, die im Stadtparlament St. Gallen politisieren, sich für den Kantonsrat bewerben. Bei den Neuen, die ihre Namen zum erstenmal auf die Kandidatenliste bei Kantonsratswahlen setzen liessen, sind Susanne Vincenz-Stauffacher, die ehemalige Präsidentin der Frauenzentrale des Kantons St. Gallen, Isabel Schorer, die Leiterin der Standortförderung der Stadt St. Gallen, und Dieter Froehlich, Unternehmer und ehemaliger Präsident des FC St. Gallen, die bekanntesten. Die Regionalpartei St. Gallen-Gossau hat sich laut Präsident Michael Kummer für den Februar 2016 zum Ziel gesetzt, den vor vier Jahren verlorenen sechsten Sitz im Kantonsrat zurückzuerobern. Die FDP würde gerne noch etwas weiterreiten auf der Erfolgswelle.

Martin Klöti portiert

Zuhanden der FDP-Delegiertenversammlung, die am 4. November in Wittenbach die Kandidaten für die ebenfalls am 28. Februar 2016 stattfindende Regierungsratswahl nominiert, portierte die Regionalpartei St. Gallen-Gossau den bisherigen Vorsteher des Departementes für Inneres, Regierungsrat Martin Klöti. Der Kultur- und Sozialminister war im März 2012 in die Regierung gewählt worden. Schon vor seiner Wahl hatte Martin Klöti gesagt, er würde gerne zwei Legislaturperioden regieren. Am Montagabend sagte der 61jährige Klöti, er stelle sich gerne für vier weitere Jahre zur Verfügung. Im Jahr 2020 werde er aber sicher nicht mehr kandidieren. Die Mitglieder der Regionalpartei St. Gallen-Gossau zollten Martin Klöti viel Applaus und schickten ihn ohne Gegenstimme ins Rennen. Der zweite FDP-Regierungsrat kommt ebenfalls aus dem Wahlkreis St. Gallen. Doch Willi Haag aus Wittenbach tritt Ende Mai nächsten Jahres nach 16 Jahren als Baudirektor zurück.

Michael Kummer Präsident FDP-Regionalpartei St. Gallen-Gossau (Bild: pd)

Michael Kummer Präsident FDP-Regionalpartei St. Gallen-Gossau (Bild: pd)