FCSG-Fan ist um Integration bemüht

Maja Dörig gehört zu den Nachteulen der Stadt. Sie ist Teil des Kollektivs, das vor drei Jahren die Tankstell-Bar an der Teufener Strasse als Genossenschaft wieder eröffnet hat. Zudem arbeitet sie abends auch im l'Ultimo Bacio. Das Nachtleben in St.

Elisabeth Reisp
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Bild: Elisabeth Reisp

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Maja Dörig gehört zu den Nachteulen der Stadt. Sie ist Teil des Kollektivs, das vor drei Jahren die Tankstell-Bar an der Teufener Strasse als Genossenschaft wieder eröffnet hat. Zudem arbeitet sie abends auch im l'Ultimo Bacio. Das Nachtleben in St. Gallen sollte als Standortfaktor ernst genommen werden, sagt Dörig, die für die sozialdemokratische Partei ins Stadtparlament will. Dörig tritt für die SP an. Der Fall Kugl sei exemplarisch dafür, dass die Interessen eines Einzelnen die Interessen vieler anderer tangieren könnten, sagt Maja Dörig. Wenn sie nicht hinter der Bar steht oder für ihre Ausbildung lernt, findet man die Sozialdemokratin an Veranstaltungen im Palace oder an den Spielen des FC St. Gallen. Sie ist leidenschaftlicher FCSG-Fan, «seit mich mein Papi zum erstenmal an ein Spiel mitgenommen hat».

Auf der politischen Traktandenliste der 32-Jährigen sind eher junge Themen aufgelistet. Sie will der Kultur- und der Ausgehszene mehr Raum schaffen. Eine gute Ausbildung soll für alle möglich sein. Und Integration soll gefördert werden, etwa über die Vermittlung der Sprache. Dörig weiss, dass sie sich hier Reizwörtern bedient, die im Wahlkampf häufig fallen. In Dörigs Fall entpuppen sie sich aber nicht als leere Worthülsen: Dörig selbst ist gerade mitten in einer Ausbildung, um Deutsch für Fremdsprachige unterrichten zu können. Ein weiterer Wunsch für die Stadt, den Dörig gerne umsetzen würde, ist eine autofreie Innenstadt. «Nicht so, dass es dem Gewerbe schaden würde, für Lieferanten und Handwerker müsse der Zugang gewährleistet bleiben», sagt Dörig. Dass der Gallusplatz immer noch regelmässig von Autos und Lieferwagen befahren werde, sei störend. «In der Innenstadt soll mehr Platz für Menschen bereitgestellt werden, als für Autos.»

Nicht zum erstenmal stellt sich Dörig für Parlamentswahlen zur Verfügung. Vor vier Jahren kandidierte sie bereits einmal fürs Stadtparlament. Und anfangs dieses Jahres liess sie ihren Namen auf die SP-Liste für die Kantonsratswahlen setzen.