FC St.Gallen zahlt weniger Miete

ST.GALLEN. Die Stadion St.Gallen AG und die FC St.Gallen Event AG haben einen neuen Mietvertrag abgeschlossen: Weil die Eigentümerschaft ihre Bankschulden verringern konnte, sinkt der Mietzins fürs Stadion um 250'000 Franken.

Marcel Elsener
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Die AFG Arena ist auch vier Jahre nach ihrer Eröffung in gutem Zustand. (Bild: Archiv/Urs Jaudas)

Die AFG Arena ist auch vier Jahre nach ihrer Eröffung in gutem Zustand. (Bild: Archiv/Urs Jaudas)

In drei Wochen startet der FC St.Gallen, nunmehr wieder in der obersten Schweizer Fussballliga, gegen die Berner Young Boys in die neue Saison. Ganz andere Sommeraussichten als in den vergangenen beiden Sorgenjahren, als der finanzielle Ruin drohte und hernach der Abstieg aufs Gemüt schlug.

Zur erleichterten Ausgangslage passt der neue Mietvertrag, den die Stadion AG mit der FC St.Gallen Event AG abgeschlossen hat: Statt wie bislang 1,2 Millionen Franken zahlte die Mieterin der Stadionbesitzerin im Jahr 2011 noch knapp 950'000 Franken, also eine Viertelmillion weniger. Und die Stadionmiete dürfte künftig «jedes Jahr etwas weniger» werden, erklärt Max R. Hungerbühler, Präsident der Stadion St.Gallen AG: «Wir können der Event AG entgegenkommen, indem wir die Miete nicht mehr als Fixbetrag verlangen, sondern entsprechend der rückläufigen Belastung mit Bankschulden anpassen.»

Rückstellungen für Bauliches

Der neue zehnjährige Mietvertrag ist im Januar 2012 von den beiden Gesellschaften «nach intensiven Verhandlungen» unterzeichnet worden, wie Hungerbühler im Geschäftsbericht schreibt. Seitens der Stadion AG sei darauf geachtet worden, «dass es unserer Gesellschaft immer möglich ist, die betriebsnotwendigen Rückstellungen zu machen, und nie in eine finanziell schwierige Situation zu geraten», präzisierte der Präsident an der Generalversammlung am Montag in der AFG Arena. Im Erneuerungsfonds befinden sich derzeit rund 300'000 Franken. Dem Verwaltungsrat liege viel daran, so Hungerbühler, «dass Vorfälle wie im Zürcher Letzigrund in der hiesigen Arena nie vorkommen». Dort sind Bauschäden in zweistelliger Millionenhöhe zu reparieren – ganz zu schweigen von diversen Vertrauensverhältnissen unter den beteiligten privaten und öffentlichen Körperschaften.

Keine Mängel festgestellt

Um vor bösen Überraschungen gefeit zu sein, haben die Stadionbesitzer den baulichen Zustand der Arena – namentlich punkto «Tragsicherheit und Gebrauchstauglichkeit» – überprüfen lassen. Dabei stellten die Baufachleute «erfreulicherweise keine nennenswerten Mängel fest»; wenige kleinere Nachbesserungen laufen als Garantiearbeiten. Von wegen baulichen Extras: Erneut prüfte der Verwaltungsrat der Stadion AG das Projekt «Kunst am Bau». Doch müsse die Lichtinstallation aus finanziellen Gründen weiterhin zurückgestellt werden. Leider, so Hungerbühler – eine solche Verschönerung bleibe wünschenswert.

Auch Raiffeisenbank verzichtet

Nebst dem geringeren Mietertrag fällt in den Geschäftszahlen der Stadion AG eine zweite Zahl auf: Die Bankverbindlichkeiten betragen nicht mehr 5, sondern neu 4,14 Millionen Franken. Der Grund ist ein Forderungsverzicht der Raiffeisenbank – respektive ein Anteil jenes Betrages, den die Bank zugunsten der Event AG erlassen hat. Ein Nachzug, nachdem der Forderungsverzicht des Bankenkonsortiums von 2,7 Millionen Franken bereits 2010 verbucht wurde. Das vierte Betriebsjahr sei für die Stadion AG «wiederum ein herausforderndes» gewesen, meinte Hungerbühler an der GV. Nachdem er vor Jahresfrist die mangelnde Unterstützung der Politik beklagt hatte, lobte er nun das städtische Parlament, das dem Club Schulden von 600'000 Franken (Sicherheitskosten) erlassen und «realisiert» habe, dass «der FC neben der Uni und dem Weltkulturerbe der wichtigste Imageträger St.Gallens» sei.

Die 462 anwesenden Aktionäre (von gesamthaft 4451) zeigten sich zufrieden mit dem Geschäftsverlauf und wählten den Verwaltungsrat mit Präsident Hungerbühler sowie Urs Peter Koller (Vize), Roman Müggler und Heinz Stamm für weitere drei Jahre.

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