FC Staad hofft auf den «Ruck»

Aufstieg, zwei Trainerwechsel, Abstiegskampf: Das 2.-Liga-Team des FC Staad macht turbulente Zeiten durch. Dem Team bleiben vier Spiele, um den letzten Tabellenplatz loszuwerden. «Der Ehrgeiz ist zurück», sagt Trainer Dani Niederer.

Ralf Streule
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Der neue Präsident Moritz Raymann, Coach Helmuth Wüst und Trainer Dani Niederer (von links) auf dem Bützel in Staad. Sie kämpfen gegen den Abstieg ihres 2.-Liga-Teams – und zwischen den Spielen für einen Allwetterplatz. (Bild: Ralph Ribi)

Der neue Präsident Moritz Raymann, Coach Helmuth Wüst und Trainer Dani Niederer (von links) auf dem Bützel in Staad. Sie kämpfen gegen den Abstieg ihres 2.-Liga-Teams – und zwischen den Spielen für einen Allwetterplatz. (Bild: Ralph Ribi)

Fussball. Die drei Männer sind sich einig: «Der FC Staad mit seiner grossen Juniorenabteilung und dieser Infrastruktur gehört langfristig in die 2. Liga.» Trainer Dani Niederer, Coach Herberth Wüst und Präsident Moritz Raymann wissen aber auch: In den verbleibenden vier Runden müssen Punkte her, soll der Abstieg der ersten Mannschaft aus der 2. Liga verhindert werden.

Die drei Männer stehen auf dem Bützel, der Sportanlage des FC Staad, und lachen in die Kamera des Fotografen. «Wir sind zuversichtlich», sagt Dani Niederer. Der 1:0-Sieg im vergangenen Spiel gegen Mels sei verdient gewesen und habe gezeigt, dass noch Energie im Team stecke. «Es muss aber noch einmal ein Ruck durchs Team gehen.» Die Partie von heute beim FC Rüthi sei ein «Sechspunktespiel» und entscheide über den restlichen Verlauf der Saison.

Trainer blieb nur halbes Jahr

20 Jahre lang spielte Staad zuletzt in der 3. Liga. Der Aufstieg vor einem Jahr habe eine Euphorie ausgelöst, sagt Wüst. Im Sommer 2009 war der Trainer Nathanael Staub vom FC Buchs zum Team gestossen. Er brachte gleich auch drei Spieler mit zu Staad. Trotzdem tat sich das Team von Anfang an schwer. «Schon nach fünf Wochen klagte Staub, die Truppe habe zu wenig Biss», sagt Wüst. Der Trainer verliess im Winter mit den von ihm mitgebrachten Spielern das Team.

Nach der verkorksten Hinrunde übernahm Dani Niederer, der zuvor fünf Jahre lang das Rorschacher 3.-Liga-Team Stella Azzurra geleitet hatte.

Die Staader Mannschaft habe seit dem Winter Fortschritte gemacht, sagt Niederer. Wichtig für das Team sei unter anderem der Zuzug eines Torhüters gewesen. Der 19jährige Daniel Geisser, der beim Nachwuchs des FC St. Gallen trainiert, sei für die Rückrunde ausgeliehen worden. Oft hätten sie in der zweiten Saisonhälfte mit dem Gegner mitgehalten, aber glücklos gekämpft.

Die Verletzungen von zwei Teamstützen hätten die Mannschaft geschwächt, der Siegeswille bei den Spielern sei zudem nicht immer genügend gross gewesen. «Für den Schlussspurt ist der Ehrgeiz aber zurückgekommen», sagt Niederer.

Ligaerhalt nicht um jeden Preis

Präsident Moritz Raymann will die Situation nicht dramatisieren. Natürlich wolle man oben bleiben, und natürlich glaube auch er noch daran. «Aber um jeden Preis müssen wir den Abstieg nicht verhindern», sagt er.

Damit wolle er sagen: Man werde beim FC Staad keine Spieler mit Löhnen ins Team locken, wie es andere 2.-Liga-Teams tun würden. «Bei uns werden höchstens Spesen bezahlt, dabei bleibt es.» Wichtiger sei die langfristige Planung im Nachwuchs. Rund 280 Juniorinnen und Junioren spielen beim FC Staad, insgesamt sind es rund 400 aktive Mitglieder. Die Arbeit im Nachwuchs sei die Basis, die dem Club helfen soll, mittelfristig 2.-Liga-tauglich zu bleiben.

Welche Junioren im Sommer ins Team nachrückten, sei noch offen. Es hänge unter anderem davon ab, wie viele Stammspieler der Mannschaft noch zur Verfügung stehen würden. «Bei sieben Spielern der ersten Mannschaft ist offen, wie es bei einem Abstieg im Sommer weitergehen würde», sagt Wüst. Zwar sei das Kader gross – «wehtun würden die Abgänge trotzdem».

Raymann und der zweite Anlauf

Moritz Raymann hat das Präsidentenamt im vergangenen Sommer von Felix Rüst übernommen. Dieser war zuvor beeindruckende 36 Jahre lang Präsident gewesen.

Raymann liegt nicht nur der sportliche Erfolg der 28 Staader Frauen- und Männerteams am Herzen, sondern auch ein Politikum: Er möchte sich nämlich weiter für den Ausbau der Infrastruktur in der Sportanlage Bützel einsetzen.

2007 war der Bau eines Allwetterplatzes vom Thaler Stimmvolk mit 21 Stimmen Unterschied abgelehnt worden. Raymann will einen zweiten Anlauf nehmen und die Leute überzeugen, dass der Verein für die Gemeinden Staad und Thal wichtig und dass ein solcher Platz «unabdingbar» sei. Auch diesbezüglich sind sich die drei Männer einig.