FAUNA: Wie man Mäuse anlockt

Zahlreiche Tierarten leben in den Gärten der Stadt. Ein Leitfaden klärt nun auf, was es braucht, damit Mäuse, Vögel und andere Tiere geeigneten Lebensraum vorfinden.

Luca Ghiselli
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Die Rötelmaus findet in Sträuchern meist Essbares. Die Büsche dienen den Nagern ausserdem als Zufluchtsort. (Bild: Hans Oettli/PD)

Die Rötelmaus findet in Sträuchern meist Essbares. Die Büsche dienen den Nagern ausserdem als Zufluchtsort. (Bild: Hans Oettli/PD)

Luca Ghiselli

luca.ghiselli@tagblatt.ch

Die Vielfalt der Tiere, die in der Stadt leben, ist gross. Das hat mitunter die Aktion «Stadtwildtiere» gezeigt. Interessierte stellten Fotofallen im Garten auf – abgelichtet wurde so ziemlich alles vom Fuchs über den Dachs bis zu Igeln. Doch deren Lebensraum wird durch Bautätigkeit und Landwirtschaft immer stärker eingeschränkt. Ob Amphibien, Säugetiere oder Vögel: Sie alle sind auf günstige Bedingungen in städtischen Gärten und an Häuserfassaden angewiesen, um in der Stadt leben zu können. Das Amt für Umwelt und Energie, das Gartenbauamt und das Stadtplanungsamt haben deshalb nun einen Leitfaden veröffentlicht. Unter dem Titel «Tiere in Haus und Garten» wird darin einerseits über die vielen Tierarten informiert, die in der Stadt leben. Andererseits werden auch Ratschläge erteilt, wie man ebendiesen Tieren das Leben möglichst einfach machen kann.

Mit Checkliste Fallen vermeiden

Verschiedene Tiere heisst auch: unterschiedliche Bedürfnisse. So sind Igel auf Durchschlüpfe in Zäunen angewiesen, Mauer­segler brauchen Nistplätze an Gebäuden, die mindestens fünf Meter hoch sind. Die Spitzmaus gedeiht in der Nähe von Komposthäufen besonders gut, der Grasfrosch benötigt sandige Stellen. All diese Anforderungen, Tipps und Bedürfnisse sind in dem Leitfaden zusammengefasst. In tabellarischer Form lässt sich anhand einer Checkliste kontrollieren, welche Tiere der eigene Garten, das eigene Haus anzieht und welche nicht.

Karin Hungerbühler vom Amt für Umwelt und Energie weist indes darauf hin, dass auch bereits einfache Massnahmen helfen, um Hindernisse und Fallen für Tiere zu vermeiden. Dazu zählen unter anderem spiegelnde Scheiben, die für Vögel tödlich sein können oder Licht und Lüftungsschächte ohne Ausstiegsmöglichkeit, die für Kröten, Bergmolche und Salamander gefährlich werden können. Im ersten Fall können bereits Vorhänge Abhilfe schaffen, im zweiten ein einfaches Brett im Schacht. Es gibt aber auch Tiere, die in den Gärten der meisten Stadtbewohner nicht unbedingt willkommen sind. Dazu zählen unter anderem Wespen, Marder und auch Mäuse. Die Definition, was ein Nützling und was ein Schädling ist, sei eine menschliche, gibt Hungerbühler zu bedenken. «Wir haben diesen Tieren im Leitfaden aber ein eigenes Kapitel gewidmet.» Dies, um aufzuzeigen, wie man die ungebetenen Gäste auf möglichst schonende Weise wieder loswird.

Der Leitfaden kann gratis im Kundenzentrum für Energie- und Umweltfragen an der Vadian­strasse 8 bezogen werden. Auch Bestellungen unter 071 224 56 76 sind möglich. Die Broschüre ist zudem online zu finden.

www.umwelt.stadt.sg.ch