Fast 24 Millionen Franken Überschuss

ST.GALLEN.St.Gallen weist eine Ertragsüberschuss von 23,8 Mio. Franken aus und fällt um rund 54 Mio. Franken besser aus als budgetiert. Allerdings wurden dafür wie vorgesehen 50 Mio. Franken aus dem freien Eigenkapital entnommen. Die Haushaltskonsolidierung ist auf Kurs.

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Der Kanton St.Gallen wies erstmals eine Nettoverschuldung aus. (Bild: Fotolia)

Der Kanton St.Gallen wies erstmals eine Nettoverschuldung aus. (Bild: Fotolia)

Finanzchef Martin Gehrer präsentierte am Mittwoch Zahlen zur Rechnung 2014, die «erheblich besser als budgetiert» ausgefallen seien. «Beim Aufwand gelang eine Punktlandung, die Verbesserungen finden sich alle auf der Ertragsseite», fasste Gehrer zusammen.

Je nachdem welche Faktoren einbezogen werden, resultierten schwarze Zahlen oder ein kleines Defizit: Das positive Ergebnis von 23,8 Mio. Franken relativiert sich wegen des budgetierten Bezugs von 50 Mio. Franken aus dem freien Eigenkapital. Weitere 26 Mio. Franken stammen aus dem besonderen Eigenkapital.

Sinkende Staatsquote
Eine Rolle spielen auch ausserordentliche Aufwände und Erträge, die sich aus der Umstellung auf einen neuen Rechnungsstandard (HRM2) ergeben. Unter Einbezug all dieser Faktoren zeigt das operative Rechnungsergebnis ein Minus von 21,6 Mio. Franken. Dieses Resultat sei rund 84 Mio. Franken besser als veranschlagt, hiess es.

Der Gesamtaufwand des Staatshaushalts ist 2014 um 1,4 Prozent gewachsen. Das Seco habe das Wachstum des Bruttoinland-Produkts (BIP) auf 2,0 Prozent berechnet. «Das bedeutet, dass die Staatsquote leicht rückläufig ist», so Gehrer.

Bei den Abweichungen vom Voranschlag spielten die eingeplanten, aber nicht ausbezahlten Ausschüttungen der Nationalbank von 40 Mio. Franken eine Rolle. Weiter lagen die Kosten für die ausserkantonalen Hospitalisationen höher als angenommen.

Höhere Steuereinnahmen
Die Steuereinnahmen fielen um 67,6 Mio. Franken besser aus als erwartet. Die Erträge seien sowohl bei den Jahressteuern als auch bei den Nachzahlungen über den Erwartungen gelegen, erklärte Felix Sager, Leiter des kantonalen Steueramtes. Die gute Konjunkturlage habe sich auf die Löhne ausgewirkt. Der Immobilienmarkt sei gut unterwegs und 2014 sei ein gutes Börsenjahr gewesen.

Zu den Mehreinnahmen trugen auch die straflosen Selbstanzeigen mit einem Plus von 8 Mio. Franken bei. Mit 6,8 Mio. Franken wurden die Erwartungen bei der Quellensteuer übertroffen. Ausgewirkt hätten sich höhere Löhne, dazu wurde bei den Grenzgängern ein grosser Zuwachs verzeichnet. Vor allem Spezialisten seien geholt worden, so Sager.

Finanzplanung auf Kurs
Die sinkenden Bezüge aus dem freien Eigenkapital − übrig bleiben nun noch 290 Mio. Franken − zeigten die Wirkung der beiden Sparpakete sowie des Entlastungsprogramms, erklärte der Finanzchef. Die Haushaltskonsolidierung sei auf Kurs, 2018 solle dann das effektive Jahresergebnis wieder positiv ausfallen. (sda)

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