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FASNACHT: Wirtin wirft Gugge raus

Die Gugger der Postmusik Rorschach mussten das Restaurant Toggenburg verlassen, weil sie zur Essenszeit gespielt haben. Laut der Wirtin wollen die Gäste Ruhe während ihrer Mahlzeit.
Martin Rechsteiner
Das Restaurant Toggenburg in Rorschach ist während der Fasnachtszeit ein beliebter Spielort für Guggen aus der Region. (Bilder: Martin Rechsteiner)

Das Restaurant Toggenburg in Rorschach ist während der Fasnachtszeit ein beliebter Spielort für Guggen aus der Region. (Bilder: Martin Rechsteiner)

Martin Rechsteiner

martin.rechsteiner@tagblatt.ch

Fasnachtszeit ist Gugge-Zeit. Mehrere Formationen ziehen dann durch die Stadt und besuchen Lokale, wo sie für Stimmung sorgen. So war auch die Guggen-Gruppe Postmusik Rorschach am vergangenen Samstag in der Hafenstadt unterwegs.

Doch als die Musiker der Postgugge abends um halb sieben das Restaurant Toggenburg an der Kirchstrasse aufsuchen wollten, wurden sie dort alles andere als herzlich empfangen. «Bevor wir ein Lied fertig spielen konnten, kam die Wirtin und gab uns mit barschem Händefuchteln zu verstehen, dass wir verschwinden sollen», sagt die Untereggerin Gisela Jussel-Marzari, die bei der Formation mitlief. «Wir wurden kalt abserviert.»

So etwas habe noch keiner der Guggenmusiker der Postmusik Rorschach erlebt. «Wir fühlten uns vor den Kopf gestossen», sagt Jussel-Marzari. «In einer anderen Beiz ganz in der Nähe waren wir dann zum Glück herzlich willkommen.»

«Guggen sind willkommen»

Die Wirtin des Restaurants Toggenburg, Marianne Achberger, bestätigt den Vorfall. «Die Postmusik Rorschach war bei uns am Samstag im Lokal und ich habe sie gebeten zu gehen», sagt sie. Sie sei in der Küche gewesen, als die Formation, bereits musizierend, das Lokal betreten habe, sagt die Wirtin. Daraufhin sei sie kurz in die Stube gegangen und habe den Guggern klargemacht, dass sie während der Essenzeit nicht spielen dürfen. «Die Musik ist laut, das stört die Gäste beim Essen.» Da sie in der Küche beschäftigt gewesen sei, habe sie keine Zeit gehabt für lange Erklärungen, begründet die Wirtin ihr Auftreten.

Es sei aber nicht so, dass man im Restaurant Toggenburg etwas gegen Guggenmusiker habe. «Im Gegenteil, wir haben Freude an der Tradition und die Gruppen sind grundsätzlich willkommen», betont die Wirtin. «Zur Fasnachtszeit kommen immer wieder Formationen bei uns vorbei und spielen. Auch die Postmusik Rorschach ist jedes Jahr hier und wir freuen uns immer», sagt sie. Nur sei die Gruppe dieses Jahr viel früher dran gewesen als sonst und das habe sich mit der Essenzeit überschnitten. «Das ist die einzige Ausnahme. Zu der Zeit wollen die Gäste keine Unterhaltung, sondern Ruhe.» Dafür hat Gisela Jussel-Marzari wenig Verständnis. Zu der Zeit seien bereits andere Guggenmusiker unterwegs gewesen. «Zudem sind wir eine kleine Gruppe von neun Leuten, unsere Musik ist weniger laut als andere Guggen, wir spielen andere Lieder. Wir haben nicht einmal einen Schlagzeug-Wagen», sagt sie. «Bei noblen Restaurants mit weiss gedecktem Tisch fragen wir zuerst, ob wir spielen dürfen.» Bei einem Lokal wie dem «Toggenburg» sei es aber Usus, dass Guggenmusiker eintreten und die Gäste unterhalten dürfen. «Und falls es einmal doch nicht geht, lässt man uns wenigstens noch das Lied fertig spielen und stellt uns nicht einfach auf die Strasse.» Für die Guggen-Gruppe ist klar: «Das ‹Toggenburg› werden wir künftig meiden.»

Die Erfahrung der Postgugge Rorschach haben bis jetzt nicht viele andere Gruppen aus der Region gemacht. Die Dorfchübler Goldach ziehen während der Cliquenfasnacht ebenfalls von Beiz zu Beiz. «Dass wir ein Lokal verlassen mussten, ist nie vorgekommen, seit ich dabei bin», sagt Andrea Baumgartner, Präsidentin des Festkomitees der Gruppe.

Auch bei den Gassenrasslern aus Rorschach ist das noch nie passiert «Wir melden uns allerdings immer im Voraus an», sagt Mitglied Linda Eggli. «Das aus Platzgründen, weil wir viele Leute sind.» Ein Beizer habe die Gruppe deshalb schon gebeten, draussen vor dem Lokal zu spielen.

Ähnliche Regeln wie im Restaurant Toggenburg herrschen auch in anderen Rorschacher Lokalen. So zum Beispiel im Restaurant Mariaberg. «Bei uns können Guggen nur auf Anmeldung auftreten, und das nach der Essenszeit, frühestens gegen 19.30 Uhr», sagt Wirt Ralph Leisi. Angemeldet für Samstag ist dort auch die «Postgugge».

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