FARBTUPFER: In Gossau bleibt der Frühling bis zum Herbst

Nach langem stellt Paul Huber wieder Bilder in Gossau aus. Ausserdem hat er für «Vita Tertia» eine besondere Karte erstellt, die morgen Freitag enthüllt wird.

Angelina Donati
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Paul Huber vor einem seiner Lieblingsmotive – den Mohnblumen. Zu sehen sind die Bilder momentan im «Vita Tertia». (Bild: Urs Bucher)

Paul Huber vor einem seiner Lieblingsmotive – den Mohnblumen. Zu sehen sind die Bilder momentan im «Vita Tertia». (Bild: Urs Bucher)

Angelina Donati

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@tagblatt.ch

Grosse Leinwände zieren seit wenigen Tagen die Wände im Erdgeschoss des Alterszentrums Vita Tertia. Ob Löwenzahn, Mohnblumen oder Calla: Sie alle hat der Künstler Paul Huber in bunten Farben gehalten. Erstellt hat er die Werke aus Acryl und einer Mischtechnik. Bei einigen arbeitete er auch Material wie Sand ein. Blumenbilder zählt Huber nebst den Impressionen aus dem Appenzellerland und den rostigen Oldtimern zu seinen Schwerpunkten.

Jahre ist es her, seit der ehemalige Gossauer in seiner alten Heimat Werke zeigte. Dabei hatte alles hier seinen Anfang, als er vor 24 Jahren in einer Galerie ausstellte. Darauf folgten bis heute mehr als 140 Ausstellungen. Als beeindruckend gelten denn auch die Bilder an der Zahl, mit welchen Huber vor neun Jahren den Fürstenlandsaal quasi tapezierte. «Es waren 450 Stück», sagt er und schmunzelt. «Die Leute kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus und trauten ihren Augen nicht.» Im Vergleich dazu scheint die Ausstellung im «Vita Tertia» mit 18 Bildern fast schon karg bestellt. Das Besondere an den «Frühlingsbildern» ist: Sie bleiben bis Ende Oktober an Ort und Stelle. Nebst dem, dass die frischen Farben bei den Bewohnern und Mitarbeitern bereits schon Gefallen gefunden haben, hat dies auch einen praktischen Grund: Demnächst reist der Künstler für sechs Monate nach Kanada und Alaska und kann daher die Motive nicht austauschen.

Kohlezeichnung ist wahre Präzisionsarbeit

Weit weg von der Zivilisation gönnt sich Paul Huber zusammen mit seiner Frau eine kleine Auszeit. Bereits einmal wagte er eine zweijährige Weltreise, die mittlerweile allerdings schon ein paar Jahre zurückliegt. «Jetzt ist der Zeitpunkt für die erneute längere Reise perfekt», findet er. Die Vorfreude aufs Fischen, Goldsuchen, Wandern und natürlich aufs Malen ist gross. Besonders angetan haben es Paul Huber alte, ausrangierte Trucks. Sie sind irgendwo im Gebüsch still gestanden und rosten vor sich hin. Dann jeweils zückt der Künstler seinen Kohlestift und beginnt zu zeichnen – Strich um Strich. «Praktisch die Hälfte der Zeit brauche ich nur schon, um den Kohlestift zu spitzen», erzählt Huber, der in St. Gallen die Ausbildung zum Stickereizeichner abgeschlossen hat und für seine vielseitigen Zeichnungs- und Maltechniken bekannt ist. «Ohne Geduld geht es nicht.» Komme hinzu, dass es sich um Präzisionsarbeit handle. Einmal den Stift angesetzt, hilft auch Radieren nicht mehr.

Gelungen ist ihm so einst die Ansicht Gossaus in überdimensionaler Form. Sein neuestes filigranes Werk zeigt nun «Vita Tertia», eingebettet in der Nachbarschaft. Ein Sujet, welches das Alterszentrum künftig als Kärtchen verwenden wird.

Vernissage

Morgen Freitag ab 17 Uhr, Enthüllung der «Vita Tertia»-Originalzeichnung um 18 Uhr